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AfA-Tabelle

Was ist die AfA-Tabelle?

AfA-Tabellen bieten eine Übersicht über die gewöhnliche Abschreibungsdauer von allgemein verwendbaren Anlagegütern, kurz AV genannt, die nach dem 31. Dezember 2000 erworben oder produziert wurden. Die Afa-Tabelle, die jährlich vom Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht wird, führt die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer gemäß § 7 Abs. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz einzelner Anlagegüter basierend auf Erfahrungswerte durch Betriebsprüfungen auf. „Betriebsgewöhnlich“ bedeutet, dass die betriebsinternen Umstände, unter denen abschreibungsfähige Anlagegüter eingesetzt werden, beachtet werden. Obwohl diese Tabellen nicht handelsrechtlich bindend sind, werden sie vom Finanzamt als in der Praxis allgemein gültig angesehen und dienen Betriebsprüfern als Richtwert.

Bei Gegenständen, die in den AfA-Tabellen nicht aufgeführt werden, müssen Sie die Nutzungsdauer selbst schätzen. Hier gibt es einen gewissen Bemessungsspielraum, den der Kaufmann individuell aufgrund der Kenntnisse seiner betrieblichen Verhältnisse nutzen kann; die geschätzte Nutzungsdauer darf jedoch nicht willkürlich erfolgen und sollte sich in einem angemessenen Rahmen bewegen. Gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 4 Handelsgesetzbuch muss die Schätzung vorsichtig erfolgen. Das sogenannte Vorsichtsprinzip besagt, dass die Nutzungsdauer im Zweifel kürzer geschätzt werden soll. Wirtschaftsgüter, die in einem Unternehmen einer vergleichsweise stärkeren Beanspruchung ausgesetzt sind und somit eine erwartbare kürzere Nutzungsdauer haben, wird berücksichtigt.

##Wo finde ich die AfA-Tabelle 2019?

Neben der allgemeinem AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums zur Abnutzung der Wirtschaftsgüter gibt es außerdem branchenspezifische Abschreibungstabellen, welche ebenfalls vom Bundesfinanzministerium zur Verfügung gestellt werden. Die AfA-Tabellen für die unterschiedlichen Wirtschaftszweige von Abfallentsorgungs- und Recyclingwirtschaft bis Zigarrenfabrikation finden Sie ebenfalls online auf der Webpräsenz des Bundesfinanzministeriums.

###Wozu AfA-Tabellen?

Wirtschaftsgüter, die teurer als 800 Euro netto sind, haben eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und können abgeschrieben werden. Der Ausdruck „etwas abschreiben“ wird gemeinhin gerne mit „etwas von der Steuer absetzen“ verwechselt – hierbei handelt es sich allerdings um zwei steuerrechtlich unterschiedliche Vorgänge. Ein Wirtschaftsgut abzuschreiben bedeutet, dass Sie beispielsweise die Kosten für Ihren geleasten Firmenwagen über mehrere Jahre in der Steuererklärung eintragen. Fahrtkosten für den täglichen Arbeitsweg geben Sie wiederum in der jährlichen Steuererklärung an.

In unserem Blog erfahren Sie, was Sie bei der Abschreibung eines PKW beachten müssen.

Welche unterschiedlichen Abschreibungsmethoden es gibt, erfahren Sie in unserem Lexikoneintrag Abschreibung.

Gut zu wissen: Für PKW gilt laut AfA-Tabelle eine gewöhnliche Abschreibungsdauer von sechs Jahren.

###Abschreibungstabelle: Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer richtig abschreiben

Zur Veranschaulichung ein kurzes Beispiel zur Abschreibung: Angenommen Sie kaufen einen PKW mit einem Anschaffungspreis von 20.000 Euro. Das Bundesfinanzministerium geht von einer gewöhnlichen Nutzungsdauer von sechs Jahren aus.

Die Rechnung lautet folglich: 20.000 Euro : 6 Jahre = 3.333,33 Euro pro Jahr.

Insofern Sie die lineare Abschreibungsmethode anwenden, geben Sie in Ihrer Steuererklärung in den folgenden sechs Jahren je den Betrag in Höhe von 3.333,33 Euro zur Abschreibung an. Achtung: Im selben Jahr der Anschaffung sieht das Gesetz eine Minderung des absetzungsfähigen Betrages um ein Zwölftel pro bereits vergangenen Kalendermonat. Erwerben Sie also das Fahrzeug im Februar des laufenden Jahres, so können Sie lediglich 11/12 der jährlichen Abschreibungssumme geltend machen.

Sie rechnen also: 3.333,33 Euro : 12 Monate x 11 Monate = 3.055,55 Euro sind im ersten Jahr nach Anschaffung des PKWs abschreibungsfähig.

Erfahren Sie in unserem Lexikon außerdem, wann Amortisation im Rahmen eines Leasingvertrags auftritt.