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Anschaffungskosten

Was sind Anschaffungskosten?

Unter Anschaffungskosten versteht man allgemein einen Bewertungsmaßstab, der für erworbene Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter angesetzt wird. Anschaffungskosten beschreiben also diejenigen Aufwendungen, die anfallen, um einen Vermögensgegenstand anzuschaffen (Kauf bzw. Erwerb) und in einen betriebsbereiten Zustand (Transport, Montage, etc.) zu versetzen. Dabei müssen die Kosten dem Gegenstand direkt zugeordnet werden können. Betriebskosten wie Treibstoff oder Inspektionen werden hier nicht einberechnet.

Während in den meisten Ländern die Begriffe Anschaffungskosten und Herstellungskosten unter dem Begriff der Anschaffungs- und Herstellungskosten zusammengefasst werden, wird in Deutschland und Österreich zwischen den beiden Kostenarten unterschieden. Anschaffungskosten beziehen sich also auf fremdbezogene Gegenstände, Herstellungskosten auf selbst produzierte Güter.

Wofür braucht man Anschaffungskosten?

Anschaffungskosten und Abschreibungen

Anschaffungskosten spielen bei Abschreibungen eine entscheidende Rolle. So sind die Anschaffungskosten laut § 253 HGB der höchste Wert, mit dem Vermögensgegenstände bewertet werden dürfen. Sie sind damit für die Handelsbilanz und die Steuerbilanz gleichzeitig Grundlage und Obergrenze. Basierend auf dieser Erstbewertung kann dann die Abschreibung durchgeführt werden. Als fortgeführte Anschaffungskosten bezeichnet man die durch planmäßige Abschreibungen verminderten Anschaffungskosten.

Wie werden Anschaffungskosten berechnet?

Anschaffungspreis + zurechenbare Anschaffungsnebenkosten –  Anschaffungspreisminderungen + nachträgliche Anschaffungskosten = Anschaffungskosten

Worauf beim Anschaffungspreis zu achten ist

Ist der Käufer vorsteuerabzugsberechtigt, gehört die Mehrwertsteuer nicht zu den Anschaffungskosten, d.h. es gilt der Nettopreis. Ist er hingegen nicht vorsteuerabzugsberechtigt, kann er mit dem Bruttopreis rechnen und diesen in die Erstbewertung einbeziehen. Wenn ein Gegenstand in einer Fremdwährung gekauft wird, rechnet man den Preis mit dem zum Zeitpunkt des Erwerbs aktuellen Wechselkurs um.

Was sind Anschaffungsnebenkosten?

Anschaffungsnebenkosten sind Teil der Anschaffungskosten. Sie umfassen diejenigen Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis während der Beschaffung entstehen und aufgewendet werden müssen, um den Gegenstand in Betrieb zu nehmen. Dabei ist wichtig, dass die Kosten dem einzelnen Gegenstand eindeutig zugeordnet werden können. Bei Fahrzeugen fallen meist Kosten für Überführung, Kennzeichen, Zulassung, Gutachter und Vermittlung an.

Welche Anschaffungsnebenkosten gibt es?

Erwerbsnebenkosten fallen während des Kaufs bzw. Erwerbs des Gegenstandes an. Hierunter fallen z.B. Provisionen, Notariatskosten oder Verkehrssteuern. Kosten für Finanzierung oder Geldbeschaffung gehören nicht zu den Anschaffungsnebenkosten.

Bezugsnebenkosten sind Aufwendungen, die nötig sind, um den Gegenstand vom Verkäufer zum Händler zu befördern. Dazu zählen u.a. Kosten für Verpackung, Transportsicherung oder Zoll.

Nebenkosten der Inbetriebnahme umfassen diejenigen Kosten, die anfallen, um den Gegenstand in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Hierzu gehören z.B. Zulassungskosten, Montagekosten oder Fundamentierungskosten.

Was sind Anschaffungspreisminderungen?

Preisminderungen werden vom Anschaffungspreis abgezogen werden. Dazu zählen z.B. Rabatte, die in der Regel in Form von Sofortrabatten gewährt werden oder Skonti, also nachträgliche Preisnachlässe, die der Kunde für frühzeitige Zahlung oder Barzahlung erhält.

Was sind nachträgliche Anschaffungskosten?

Aufwendungen für die weitere Ausstattung oder Aufrüstung von Vermögensgegenständen, um sie in den betriebsbereiten Zustand zu versetzen, werden in den nachträglichen Anschaffungskosten aufgeführt. Dazu gehören bei Fahrzeugen z.B. Navigationsgeräte oder Anhängerkupplungen. Während auch festverbaute Autoradios in diese Anschaffungskosten einberechnet werden können, ist dies bei leicht zu entfernenden Geräten nicht der Fall. Grundlage hierfür ist, dass das Fahrzeug und das Zubehör als einheitliches Wirtschaftsgut gesehen wird.

Aufwendungen für das erstmalige Umlackieren und Beschriften eines Fahrzeugs werden nicht zu den Anschaffungskosten gezählt und können deshalb nicht in die Erstbewertung einbezogen werden.