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Cross Border Leasing

Was ist Cross Border Leasing?

Cross Border Leasing, kurz CBL, ist eine Form der Exportfinanzierung und beschreibt Leasingverträge, die über Ländergrenzen hinweg abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass Leasinggeber und Leasingnehmer in unterschiedlichen Ländern wohnhaft sind und damit auch unterschiedlichen rechtlichen Regelungen unterliegen. Cross Border Leasing findet vor allem in Verbindung mit kapitalintensiven Anlagegütern Anwendung: Flugzeuge, Schienenfahrzeuge, Industriemaschinen oder Großprojekte aus der Immobilienwirtschaft.

Warum Cross Border Leasing?

Cross Border Leasing als Leasingform wird häufig eingesetzt, um die unterschiedlichen Rechtsordnungen der grenzüberschreitenden Leasingverträge zugunsten der Vertragspartner einzusetzen, da es keine international einheitlichen Regelungen diesbezüglich gibt. Vor allem aus steuerrechtlicher Sicht kann Cross Border Leasing erhebliche Vorteile mit sich bringen. So ist es möglich, dass aufgrund unterschiedlicher steuerlicher Zurechnungen beide Vertragspartner Eigentümer des Leasingobjektes sind und somit auch gleichzeitig zu dessen Abschreibung berechtigt sind.

Gut zu wissen: Unter dem Begriff „Exportfinanzierung“ werden alle Finanzierungsmaßnahmen eines Exporteurs verstanden, um Exportgüter zu produzieren oder Risiken der Auslandsgeschäfte zu minimieren, dazu zählen zum Beispiel das Akquirieren von Fremdkapital, Anzahlungen und alle mit dem Exportgeschäft verbundenen Maßnahmen.

Cross Border Leasing: Vorteile, Nachteile, Risiken von CBL

Vorteile für den Leasingnehmer im Ausland

  • Bereitstellung von Finanzierungsmitteln für kostenintensive Anschaffungskosten nicht notwendig
  • Flexible Zahlungsbedingungen der Leasingraten unter Berücksichtigung der Erträge
  • Doppelaktivierungsleasing: Unter Umständen bilanzielle Abschreibung des Leasingobjektes durch beide Vertragspartner

Nachteile für den Leasingnehmer im Ausland

Aus den sehr langen Vertragslaufzeiten im Cross Border Leasings ergeben sich die folgenden Risiken, beziehungsweise Nachteile, für den Leasingnehmer mit Sitz im Ausland:

  • Steuerrechtlichen Änderungen, die Steuererhöhungen bewirken
  • Instandhaltungskosten des Leasingobjektes sind vorab nicht eindeutig zu bestimmen
  • Gerichtsstand befindet sich normalerweise im Leasinggeber-Sitzstaat
  • Verlustrisiko durch Doppelaktivierung des Leasingobjektes, da rechtlich zwei Eigentümer bestehen