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Leasingvertrag

Bei Leasingverträgen gilt in Deutschland der sogenannte Grundsatz der Vertragsautonomie oder auch Vertragsfreiheit genannt, das beinhaltet, dass für Leasingverträge Gestaltungsfreiheit besteht. Die Leasinggesellschaft kann also im Einverständnis mit dem Leasingnehmer frei über den vertraglichen Inhalt entscheiden, so lange keine anderweitigen gesetzlichen Regelungen verletzt werden. Das hat zur Folge, dass es viele verschiedene Leasingvertragsformen gibt.

Operating-Leasing

Operating Leasing findet für kurzfristige, vorübergehende Leasingverträge Anwendung. Im Gegensatz zu anderen Leasingmodellen gibt es beim Operating Leasing keine verbindliche Grundmietzeit und wird in der Regel für Wirtschaftsgüter, die nur für einen kurzen Zeitraum benötigt werden, genutzt. Das ist im Bereich der Produktion häufig der Fall, zum Beispiel wenn Maschinen defekt sind und die Unternehmen kurzfristig Ersatz benötigen. Typisch für Operating Leasing ist außerdem, dass keine Kaufoption besteht. Beide Vertragspartner haben das Recht der Kündigung. Das Leasingobjekt bleibt während der Vertragslaufzeit das Eigentum des Leasinggebers, der es auch abschreiben muss, während der Leasingnehmer die monatlichen Leasingraten als Aufwand bucht. Darüber hinaus trägt der Leasinggeber die volle wirtschaftliche Verantwortung für das Leasingobjekt – Wartung, Instandhaltung und Reparatur fallen in seinen Zuständigkeitsbereich.

Operating Leasing ist eine sehr flexible Leasingvertragsart und eignet sich beispielsweise für den kurzfristigen Ersatz von Produktionsmaschinen oder Gewerbeflächen.

Was Sie bei der Abschreibung eines PKW beachten müssen, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Finanzierungs-Leasing

Im Gegensatz zum Operating Leasing sind beim Finanzierungs-Leasing langfristige Verträge die Regel. Diese Verträge können während der Grundmietzeit nicht gekündigt werden – das gilt für beide Vertragsparteien. Der Leasinggeber deckt die Anschaffungskosten der Leasingobjekte mit der Grundmietzeit, das Investitionsrisiko wird damit durch den Leasingnehmer getragen. Nach der Grundmietzeit geht das Leasingobjekt in das Eigentum des Leasingnehmers über. Dieses Leasingmodell ist beispielsweise bei Mietkaufverträgen häufig anzutreffen: Die Mietzahlungen werden auf den Kaufpreis angerechnet.

Immobilien-Leasing

Immobilien-Leasing ist hauptsächlich im gewerblichen Bereich populär. Wobei es sich nicht nur um Immobilien handelt, sondern auch um unbewegliche Maschinen. Ein Vertrag, der auf dem Modell des Immobilien-Leasings beruht, zeichnet sich vor allem durch sehr lange Laufzeiten aus. Ferner ist das Immobilien-Leasing eine Sonderform des Finanzierungs-Leasings. Leasinggeber im Immobilien-Leasing hauptsächlich Kreditinstitute. Unterformen des Immobilien-Leasing sind:

  • Neubauleasing: Der Neubau einer Immobilie wird über einen Leasingvertrag mit sehr langer Laufzeit finanziert, wobei der Leasingnehmer planerisches und gestalterisches Mitspracherecht hat
  • Buy an Lease: Bei dieser Variante kauft der Leasinggeber eine Immobilie und vermietet das Objekt anschließend langfristig.
  • Sale an Lease Back: Diese Vorgehensweise im Leasing wird auch als Rückmietkauf bezeichnet, bei der ein Unternehmen eine Immobile an eine Leasinggesellschaft verkauft und anschließend wiederum mietet. Sale and Lease Back als Finanzierungslösung findet dabei auch bei Anlagegütern Anwendung.

Null Leasing

Alle Informationen zum Null Leasing bekommen Sie im Lexikoneintrag “Null Leasing”.

Leasingvertrag – was ist zu beachten?

Leasing erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da Neuanschaffungen ohne große Investitionen möglich sind und feste Leasingraten die monatlichen Kosten überschaubar halten. Grundsätzlich gilt bei einem Leasingvertrag das, was bei jedem Vertrag gilt: Prüfen Sie alle vertraglichen Inhalte inklusive der AGB sorgfältig, bevor Sie unterzeichnen und lassen Sie sich nicht zu einer überstürzten Unterschrift drängen. Wenn Sie ein Auto leasen, werden Ihnen zwei Modelle angeboten: Kilometer- und Restwertleasing. Neben dem Leasing auf Kilometerbasis gibt es die Leasingvariante, bei der die monatlichen Raten auf dem Restwert des Autos basieren.

Ausführliche Informationen zu den Besonderheiten von Kilometerleasing und Restwertleasing finden Sie in unserem Glossar.

Egal, für welches Leasingmodell Sie sich entscheiden: Behalten Sie Sonderbelastungen, wie Anzahlung und Schlusszahlung, im Hinterkopf und lesen Sie auch das Kleingedruckte im Vertrag. Bevor Sie einen Leasingvertrag unterschreiben, gehen Sie folgende Schritte durch:

  • Verschaffen Sie sich Überblick über Ihre persönliche Situation: Ist die finanzielle Belastung der monatlichen Leasingrate tragbar?
  • Holen Sie verschiedene Angebote ein! Ein Auto leasen Sie am günstigsten über vehiculum.de. Wir finden für Sie den besten Leasing-Deal hunderter Leasinganbieter – alles zum Ablauf des digitalen Leasingprozesses finden Sie auf unserer Webpräsenz.

Wer darf einen Leasingvertrag abschließen?

Für das Leasing von Kfz gibt es etliche Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen. Ob Sie für einen Leasingvertrag in Frage kommen, hängt von verschiedenen Bedingungen ab.

Für Privatpersonen gelten folgende Leasing Bedingungen:

  • Sie haben eine positive SCHUFA
  • Sie verfügen über ein festes monatliches Einkommen und im besten Fall über einen unbefristeten Arbeitsvertrag
  • Die Raten für das Fahrzeug liegen in einem angemessenen Verhältnis zu Ihrem Einkommen

Leasing-Bedingungen für Unternehmen und Selbstständige:

  • Bonität: Auch bei Unternehmen holt die Leasinggesellschaft Auskunft über die Zahlungsfähigkeit ein, dies kann über Anfragen bei der SCHUFA oder anderen Auskunfteien erfolgen
  • Steuerabrechnungen der letzten drei Jahre – für das Leasing muss das Unternehmen mindestens ein Jahr bestehen
  • Vorlage der Betriebswirtschaftlichen Auswertung

Leasingvertrag übernehmen – geht das?

Einen Leasingvertrag zu übernehmen, ist durchaus möglich - mehr dazu erfahren Sie in unserem Glossar-Beitrag „Leasingübernahme“.