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Totalschaden

Ein Totalschaden kann mitunter schneller passieren, als gedacht. Denn ein Fahrzeug muss nicht komplett zerstört sein, um schon als Totalschaden zu gelten. Dabei gilt: Totalschaden ist nicht gleich Totalschaden.

Ab wann gilt Totalschaden?

Ein Totalschaden am Fahrzeug liegt vor, wenn die Kosten für die Reparatur den Wiederbeschaffungsaufwand des Fahrzeuges übersteigen. Der Wiederbeschaffungsaufwand wird berechnet, indem der Restwert vom Wiederbeschaffungswert abgezogen wird.

Beispiel: Reparaturkosten: 6.000 Euro Restwert: 7.000 Euro Wiederbeschaffungswert: 11.000 Euro

Das Beispiel zeigt, dass die Reparaturkosten zwar geringer sind als der Wiederbeschaffungswert, dennoch liegt ein Totalschaden am Fahrzeug vor: Der Wiederbeschaffungsaufwand ist im Vergleich zu den Kosten für die Reparatur 2.000 Euro günstiger.

Darüber hinaus wird bei einem Totalschaden zwischen drei Fällen unterschieden: Fall 1: Die Reparaturkosten sind geringer als der Wiederbeschaffungswert für das Fahrzeug; zu dieser Kategorie zählt das oben genannte Beispiel Fall 2: Die Kosten für die Reparatur belaufen sich zwischen 100 und 130 Prozent des Wiederbeschaffungswerts Fall 3: Die Reparaturkosten sind mit mehr als 130 Prozent teurer als der Wiederbeschaffungswert

Wirtschaftlicher und technischer Totalschaden: Das ist der Unterschied

Als wirtschaftlicher Totalschaden werden Reparaturkosten bezeichnet, die den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges übersteigen. Der Fahrzeughalter könnte sich also zu einem günstigeren Preis ein neues Kfz kaufen; die Reparatur des alten Wagens ist damit nicht wirtschaftlich, es besitzt aber dennoch einen Restwert. Der Restwert beschreibt dabei den Wert des unreparierten Fahrzeuges.

Bei einem technischen Totalschaden hingegen ist die Reparatur des verunfallten Fahrzeuges aus technischer Sicht schlichtweg nicht mehr möglich: Der Schaden am Fahrzeug ist einfach zu groß. Im Falle eines technischen Totalschadens beläuft sich der Restwert des Fahrzeuges auf 0 Euro - das einzige was noch bleibt, ist der Gang zur Schrottpresse. Damit ist ein technischer Totalschaden gleichzeitig auch ein wirtschaftlicher, nur noch schlimmer – denn hier gibt es keinen Spielraum mehr. Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden gibt es noch Spielraum, das bedeutet, die Reparatur ist theoretisch noch eine Option.

Totalschaden – wann zahlt die Kfz Versicherung?

Sobald die Reparatur eines Fahrzeuges mit wirtschaftlichem Totalschaden zur Debatte steht, ist die Höhe der Reparaturkosten im Vergleich zum Wiederbeschaffungswert entscheidend, ob die Versicherung für den Schaden aufkommt. Die Versicherung kommt für den Schaden auf, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um maximal 30 Prozent überschreiten. Restwert und Wiederbeschaffungswert sind dabei stets Schätzwerte, die ein unabhängiger Gutachter festlegt. Es ist auch die Aufgabe eines Gutachters, einen Totalschaden zu ermitteln – hier genügt nicht die Einschätzung der Werkstatt.

Im Schadenfall haben Sie das Recht, selbst einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, der den Restwert und den Wiederbeschaffungswert Ihres Fahrzeuges beziffert. Neben der Schwacke-Liste spielen folgende Faktoren für die Schätzung eine Rolle: 130-Prozent-Regel, Pflegezustand, Laufleistung und Ausstattung. Das Gesamterscheinungsbild ist die Beurteilungsgrundlage und entscheidet bei einem wirtschaftlichen Totalschaden darüber, ob eine Reparatur möglich ist.

Insofern der Unfall nicht auf Eigenverschulden beruht, wenden Sie sich an Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung. Haben Sie den Unfall am Kfz selbst verursacht, wenden Sie sich an Ihre Vollkaskoversicherung.

Wie wird der Totalschaden abgerechnet?

Berechnung der Schadenersatz-Summe Für die Versicherung sind lediglich zwei Zahlen interessant: Restwert und Wiederbeschaffungswert. Anhand dieser beider Größen berechnet die Versicherung die Schadenersatz-Summe. Angenommen, der Restwert bei einem Wagen nach Totalschaden beträgt 1.500 Euro und der Wiederbeschaffungswert beläuft sich auf 8.500 Euro so ergäbe sich eine Schadenersatz-Summe von 7.000 Euro. Die Formel für die Berechnung der Schadenersatz-Summe lautet folglich:

Wiederbeschaffungswert - Restwert = Schadenersatz

Wirtschaftlicher Totalschaden: 130-Prozent-Regel ausschlaggebend

Bei einem Fahrzeug mit einem wirtschaftlichen Totalschaden findet die 130-Prozent-Regelung Anwendung. Sobald die Reparaturkosten nicht mehr als 130 Prozent des Wiederschaffungsbetrags betragen, haben Sie die Wahl, ob Sie das Fahrzeug auf Kosten der Versicherung reparieren lassen oder ob Sie sich alternativ die Schadenersatz-Summe ausbezahlen lassen. Bei Reparaturkosten über 130 Prozent gibt es diese Wahl nicht mehr, Sie erhalten dann lediglich den Wiederbeschaffungswert.

Lautet die Diagnose technischer Totalschaden ist die Rechnung wesentlich einfacher: Das Auto lässt sich weder reparieren noch weiterverkaufen – Sie erhalten den Wiederbeschaffungswert in voller Höhe.