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ABS – Antiblockiersystem

Die Abkürzung ABS steht für Antiblockiersystem und beschreibt ein Fahrerassistenzsystem, das in Kraftfahrzeugen, Eisenbahnen und Flugzeugen standardmäßig zum Einsatz kommt. Das ABS sorgt nicht nur für die Stabilisierung und Lenkbarkeit eines Fahrzeuges in Gefahrensituationen, sondern wirkt gleichzeitig dem Verschleiß der Räder entgegen.

Was bringt das ABS im Fahrzeug?

Die primäre Aufgabe des ABS ist, ein Fahrzeug trotz Lenkbewegungen in der Geradeausfahrt zu halten. Das ABS gleicht unterschiedliche Reibwerte zwischen linker und rechter Spur aus und garantiert ausreichende Seitenführungskraft für die Vorderräder, was für das Umfahren von Hindernissen relevant ist.

ABS sorgt für mehr Sicherheit

Das technische System verhindert das Blockieren der Räder während eines Bremsvorganges, indem es den Bremsdruck selbständig reguliert – so bleibt die Lenkbarkeit und Spurtreue auch in abrupten Bremsmanövern gewährleistet. Außerdem regelt das Antiblockiersystem den Radschlupf, also das Verhältnis zwischen Fahrzeug- und Radumfangsgeschwindigkeit. Bei einer Vollbremsung beispielsweise verhindert das Antiblockiersystem, dass die Räder zum Stillstand kommen, bevor die Fahrzeuggeschwindigkeit nicht ebenfalls bei 0 km/h liegt.

Die Vorteile von ABS im Überblick

  • Stabilität: Das ABS verhindert eine Blockade der Hinterräder und beugt so dem Schleudern eines Fahrzeuges vor
  • Spurtreue: Mit einem ABS wird die Spurtreue des Fahrzeuges verbessert
  • Kürzerer Bremsweg: Bei Nässe verkürzt das ABS den Bremsweg Regulierung der Bremskraft: Die Bremskraft jedes der vier Räder wird individuell gesteuert, was Drehungen um die eigene Fahrzeugachse und Schleudern verhütet

Wie funktioniert das ABS?

Aktuelle Antiblockiersystem-Anlagen in Personenkraftfahrzeugen sind sogenannte Vier-Kanal-ABS, die jedes Rad einzeln steuern. In älteren PKW sind mitunter noch Drei-Kanal Antiblockiersysteme zu finden, welche die Hinterräder simultan steuern. Bei Vier-Kanal-ABS ist jedes Rad mit einem Raddrehzahlsensor ausgestattet, das die Drehzahl der einzelnen Räder registriert. Sobald ein Rad beim Bremsen stärker verzögert ist als die anderen Räder, wird der Zielschlupf überschritten. Die Folge: Der Reifen rutscht oder blockiert gar. Das Antiblockiersystem hebt oder senkt in diesem Fall den Bremsdruck des entsprechenden Rades. 0 Prozent Schlupf bedeutet, dass es keinen Drehzahlunterschied gib, bei 100 Prozent Schlupf blockiert der Reifen. ABS sorgt dafür, dass der Schlupf stets im Schlupfbereich zwischen 10 und 30 Prozent bleibt und der Wagen damit auch während des Bremsvorgangs lenkbar.

Das ABS besteht aus drei Komponenten:

  • Die Raddrehzahlsensoren, welche die aktuelle Raddrehzahl messen und diese Werte als elektrische Impulse an das Steuergerät übermitteln.
  • Das Steuergerät HECU, das anhand der übermittelten Daten die Bremskraft der Räder regelt. Das HECU setzt sich aus einer Hydraulikeinheit H sowie einer Elektronikeinheit ECU zusammen.
  • Die Radbremse, welche für die Umsetzung der Bremswirkung am Rad verantwortlich ist.

Was ein Totalschaden ist und welche Unterschiede zwischen Teilkasko und Vollkasko bestehen, erfahren Sie ebenfalls in unserem Lexikon.

Vollbremsung ohne ABS: Belastung für die Reifen

Das ABS ist neben sicherheitsrelevanten Aspekten ein wichtiger Faktor für die Werterhaltung der Reifen. Bremsmanöver ohne ABS führen zu Bremsplatten auf der Reifenlauffäche, was einen unrunden Lauf der Räder nach sich zieht. Die Folge: Die Räder müssen früher erneuert werden. Mit einem Antiblockiersystem an Bord wird die Bildung von Bremsplatten auf der Reifenlauffäche verhindert – der Reifenverschleiß ist geringer und die Reifen können länger gefahren werden.