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Automatik Getriebe

Automatik Führerschein – Neue Regelung soll umweltfreundlichere Fahrschulautos fördern

Wer aktuell den Automatik Führerschein absolviert, muss anschließend eine Zusatzprüfung absolvieren, um Schaltwagen fahren zu dürfen. Eine neue Regelung könnte das jetzt ändern. Sie soll außerdem die Verwendung von Elektroautos in Fahrschulen fördern.

Was ist der Automatik Führerschein?

Unter dem Begriff Automatik Führerschein versteht man eine Fahrausbildung, bei der die praktischen Fahrstunden sowie die praktische Fahrprüfung auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe durchgeführt werden. Die weiteren Inhalte der Ausbildung, wie der Theorieunterricht oder die vermittelten Inhalte, unterscheiden sich nicht von der “herkömmlichen” Fahrausbildung.

Wer seine Fahrprüfung in einem Automatik-Fahrzeug absolviert, darf im Anschluss ausschließlich Autos mit Automatikgetriebe fahren. Dafür gibt es im Führerschein einen entsprechenden Vermerk. Um auch Autos mit Schaltgetriebe fahren zu dürfen, muss eine zusätzliche Prüfung absolviert werden.

Aus diesem Grund ist der Anteil an Elektroautos in den Fahrschulen in Deutschland bisher sehr gering. Elektroautos sind immer mit einem automatischen Getriebe ausgestattet. Daher gilt nach Absolvierung der Fahrprüfung auf einem Elektroauto ebenfalls, dass anschließend nicht mit einem Schaltwagen gefahren werden darf. Um Elektroautos für Fahrschulen attraktiver zu machen, plant das deutsche Verkehrsministerium eine neue Regelung für den Automatik-Führerschein. Das neue Gesetz soll noch im Laufe des Jahres 2020 in Kraft treten. Die EU-Kommission hatte dem Antrag bereits Ende 2019 zugestimmt.


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Neue Regelung begünstigt Automatik Führerschein

Das neue Gesetz sieht die Abschaffung der Automatik-Regelung beim Führerscheinerwerb in Deutschland vor. Demnach würde die zusätzliche Prüfung entfallen, die bisher nach Erwerb des Automatik-Führerscheins zum Fahren eines Schaltwagens notwendig ist. 

Der Plan der EU-Kommission sieht dafür einen “dualen” Führerschein vor. Dabei sollen die regulären Fahrstunden sowie die Fahrprüfung größtenteils auf einem Auto mit Automatikgetriebe stattfinden können. Zusätzlich müssen zum Erwerb des Führerscheins zehn Unterrichtseinheiten mit jeweils 45 Minuten auf einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe absolviert werden. Die “Schaltgetriebe-Schulung” sieht außerdem einen abschließenden Test vor, in dem Fahrschüler*innen das sichere Fahren in einem Fahrzeug mit Handschaltung nachweisen müssen. Dabei sollen spezielle Anforderungen wie das Anfahren an einer Steigung, Abbiegen sowie eine umweltschonende Fahrweise geprüft werden. Das Bestehen des Tests muss durch die Fahrlehrerin oder den Fahrlehrer bescheinigt werden. Erst dann entfällt die zusätzliche Prüfung auf einem Schaltwagen.
Ziel der Änderung ist es, den Automatik-Führerschein für angehende Fahrer*innen attraktiver zu gestalten. Dies würde in der Folge mehr Elektroautos in Fahrschulen ermöglichen.

Der Branchenverband der Fahrschulen in Deutschland, “MOVING”, kritisiert die festgelegten zehn Fahrstunden, die nach der geplanten Regelung auf einem Schaltwagen absolviert werden müssen. Stattdessen sollen Fahrlehrer*innen laut “MOVING” flexibel entscheiden können, wie viele Praxisstunden jeweils benötigt werden. Der Verband regt zusätzlich die Nutzung von Fahrsimulatoren an, um Fahrschüler*innen mit dem Fahren in einem Schaltwagen vertraut zu machen.

Automatik Getriebe BMW

Elektroauto Führerschein soll gefördert werden

Ziel der neuen Regelung ist, den Automatik Führerschein für Fahrschüler*innen attraktiver zu machen. In der Folge könnten Fahrschulen ihre Fuhrparks vermehrt mit umweltfreundlichen Elektroautos ausstatten.

Vor allem im Hinblick auf den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland wäre es förderlich, wenn durch das neue Gesetz häufiger Elektroautos in Fahrschulen zum Einsatz kämen. 
Jedes Jahr absolvieren über 1,5 Millionen Fahranfänger*innen die praktische Führerscheinprüfung. Eine Durchführung dieser Prüfungen sowie der dazugehörigen Fahrstunden im Elektroauto statt im konventionellen Verbrenner könnte einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Schadstoffausstoßes im Straßenverkehr leisten.

Der Elektroauto Führerschein bereitet junge Fahrer*innen zudem frühzeitig auf das Fahren in einem elektrischen Fahrzeug vor. Die Nutzung von Elektroautos bei der Fahrausbildung könnte einen Beitrag dazu leisten, emissionsfreie Mobilität für junge Menschen attraktiv zu machen.

Automatik Führerschein – Ausblick

Die geplante duale Führerscheinausbildung scheint angesichts aktueller Entwicklungen in der Automobilbranche zeitgemäßer als die bisherige Regelung. Der Anteil an Fahrzeugen mit Automatikgetriebe beträgt aktuell etwa 50 Prozent. Angesichts der steigenden Zulassungen von Hybriden und Elektroautos ist zu erwarten, dass dieser Anteil in den kommenden Jahren weiter ansteigt. Daher erscheint es sinnvoll, Fahrschüler*innen sowohl auf Fahrzeugen mit manueller Schaltung als auch auf Automatik-Fahrzeugen zu schulen. Wenn die Änderung Fahrschulen dazu bewegt, vermehrt auf Elektroautos zu setzen, könnte dies einen Beitrag zu emissionsfreier und nachhaltiger Mobilität in Deutschland leisten.

Ob Fahrschulen nach Abschaffung der aktuellen Regelung zum Automatik Führerschein tatsächlich vermehrt auf Elektroautos umsteigen, bleibt abzuwarten. Bund und Industrie könnten hier durch verstärkte Subventionen einen Wandel beschleunigen. Für die Zukunft sind außerdem Maßnahmen wie die vom Verband “MOVING” angeregten Simulator-Fahrstunden eine denkbare Möglichkeit. Diese könnten helfen, Kosten zu senken und die Fahrausbildung digitaler und umweltfreundlicher zu gestalten.




Paul Dorn
Content Manager

Autos faszinieren mich schon seit ich laufen kann. Wenn etwas vier Räder hat, schnell ist und Lärm macht , schreibe ich gerne darüber. Aber auch für die leisen Töne moderner Elektroautos habe ich ein offenes Ohr.







Paul Dorn

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