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Lenkrad und Innenraum eines Audis

Fahrerassistenzsysteme im Auto – Sonderausstattung für mehr Sicherheit

Wer sich ein neues Auto zulegt, kommt nicht daran vorbei, sich früher oder später damit zu beschäftigen, welche Sonderausstattung wirklich relevant ist. Die Auswahl ist dabei fast endlos. Insbesondere Fahrerassistenzsysteme sind für die Sicherheit beim Fahren von hoher Relevanz. Deshalb haben wir uns angeschaut, auf welche Features Sie unbedingt achten sollten.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick zu aktuellen Zahlen und Daten, die den Zusammenhang von Sonderausstattungen und der Sicherheit bei Verkehrsunfällen beleuchten. Abschließend haben wir eine Übersicht der wichtigsten und nützlichsten Assistenzsysteme für Ihre Sicherheit im Auto erstellt.

Unfallstatistik in Deutschland – Diese Rolle spielt Corona 

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. 2019 wurde mit rund 2,7 Millionen Unfällen ein neuer Höchstwert erfasst. Bedingt durch die Coronakrise rechnet der ADAC für 2020 mit ungefähr 2,3 Millionen polizeilich erfassten Unfällen im Straßenverkehr. Das würde einer Abnahme von ca. 15,5 Prozent entsprechen.
Währenddessen ist bei den Unfällen mit Personenschaden ein Rückgang zu verzeichnen. 2019 dokumentierte das Statistische Bundesamt 3.046 tödlich Verunglückte. Und damit den niedrigsten Wert der vergangenen Jahre. Während 2016 bis 2018 die Zahl der Todesopfer jährlich ca. 3.200 betrug, dürfte diese Zahl 2020 coronabedingt weiter sinken. 

Lässt man die Auswirkungen der Pandemie außen vor, zeigt sich: Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt steigt, während die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sinkt. Wie ist das zu erklären?

Assistenzsysteme – besser als jeder Beifahrer

Das liegt unter anderem an den immer besser konstruierten Fahrgastzellen und Airbags, welche Fahrer*innen und Beifahrer*innen im Fall der Fälle schützen. Aber auch verschiedene Fahrerassistenzsysteme sorgen schon heute als “helfende Hand” für mehr Sicherheit im Auto. Sie unterstützen mit visuellen oder akustischen Signalen oder aktiven Eingriffen während der Autofahrt und helfen, gefährliche Situationen oder Unfälle mit normalerweise schwerwiegenden Folgen auf ein Minimum zu reduzieren oder gänzlich zu verhindern. Dadurch könnte auch die Zahl der Verkehrsunfälle in den kommenden Jahren verringert werden, denn die häufigste Unfallursache ist nach wie vor menschliches Fehlverhalten. 
Einen besseren Überblick zu den verschiedenen Assistenzsystemen und Ihrer genauen Funktion, bekommen Sie in unserem Artikel zu den nützlichsten Sonderausstattungen im Auto.


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Diese Auswirkungen haben Fahrerassistenzsysteme auf die Sicherheit im Auto

Sicherheit sollte im Auto immer groß geschrieben werden. Das untermauern zum Beispiel Zahlen zum Notbremsassistenten. Knapp 30 Prozent aller Unfälle könnten demnach mit dem automatischen Bremsassistenten verhindert werden. Das geht aus einer Studie des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) hervor. Durch Radar und Lasersensoren arbeitet das Assistenzsystem vorausschauend und sollte bei der Ausstattung für ein sicheres Fahrzeug nicht fehlen. 

Eine Studie zu Spurhaltewarnsystemen und Spurwechselassistenten gelangte schon 2008 zu dem Schluss, dass die damalige Einführung des Spurhalteassistenten zu 17.000 weniger Schwerverletzten und 3.500 weniger Todesopfer im Straßenverkehr führe. Doch auch wenn der Spurhalteassistent für deutlich mehr Sicherheit sorgt, wird damit das Lenken nicht komplett ersetzt. Auf Straßen, auf denen keine (ausreichenden) Fahrbahnmarkierungen vorhanden sind, kann das System zu spät oder gar nicht reagieren.

“Traumauto” mal anders – Müdigkeitswarner retten Leben 

Während sich der Spurhalteassistent für jedes Auto eignet, ist der Müdigkeitswarner vor allem für Langstreckenfahrer ein “Muss”, denn Müdigkeit wird häufig unterschätzt. Laut dem statistischen Bundesamt “destatis” führte fehlende Konzentration durch Müdigkeit im Jahr 2019 allein in Deutschland zu über 2.000 Unfällen mit Personenschaden. Das System des Müdigkeitswarner analysiert ab Beginn der Fahrt das Lenkverhalten. Kommt es bei der Analyse zu dem Schluss, dass der/die Fahrer*in offensichtlich zu müde zum Autofahren ist, ertönt ein akustisches Signal oder das Lenkrad vibriert. Dennoch sollte der Müdigkeitsassistent niemals als Rechtfertigung dienen, eine Autofahrt trotz Zeichen von Müdigkeit anzutreten, oder eine benötigte Pause auf später zu verschieben. 

Integrierte Sicherheit im Auto – auch die Klimaanlage gehört dazu 

Nur dem eigenen Können vertrauen reicht oft nicht aus. Bei knapp 40 Prozent aller PKW-Unfälle mit Sachschaden handelt es sich um einen Rangier- oder Parkunfall. Das fand die “Allianz Forschungsinitiative” heraus. Intelligente Einparkhilfen können das Risiko einer Kollision beim Parken signifikant minimieren. Wie geübt und sicher ein Autofahrer beim Ein- oder Ausparken auch sein mag, eine Kollision kann schnell passieren und kostet Geld, Zeit und Nerven.

Zur Sonder- und nicht zur Serienausstattung zählt je nach Auto auch hin und wieder die Klimaanlage. Diese hilft wortwörtlich, einen kühlen und klaren Kopf zu bewahren. Zu hohe Temperaturen können sich im Auto schnell auf die Konzentration des Fahrers auswirken. Zudem kann eine gute Klimaanlage bei beschlagenen Autoscheiben in Sekundenschnelle für trockene Luft und damit für eine klare Sicht sorgen.  

Automatik einer Klimaanlage
Klimaanlage

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – auch Maschinen machen Fehler

Fahrerassistenzsysteme werden gerne die “besten Beifahrer der Welt” genannt. Und doch ist die Gefahr, sich zu sehr auf die helfenden Sonderausstattungen zu verlassen, groß. Eine Studie der AAA (American Automobile Association) fand heraus, dass knapp 80% der Fahrer*innen, die einen Totwinkelassistenten in ihrem Auto haben, dessen Grenzen nicht kennen und sich zu sehr darauf verlassen. Knapp ein Drittel unterlässt aufgrund des Assistenten den Schulterblick.
Das System, das durch Sensoren in den Seitenspiegeln erkennt, ob sich ein/e andere*r Verkehrsteilnehmer*in oder Fußgänger*in im für den/die Fahrer*in nicht einsehbaren Bereich befindet, warnt meist durch ein Leuchtsymbol im Außenspiegel vor der eventuellen Gefahr. Vor allem im Stadtverkehr ist dieses Assistenzsystem von großem Vorteil. Und dennoch: Der Schulterblick muss nach wie vor zur Prüfung des toten Winkels eingesetzt werden.

Sicher in die Zukunft

Sicherheit im Straßenverkehr hat für alle Automarken eine hohe Priorität und dennoch sticht ein Hersteller immer wieder hervor: Volvo gehört schon lange zur Spitze unter den Automarken, was hohe Sicherheitsstandards und Konzepte angeht. Der schwedische Autohersteller hat es sich mit der “Vision 2020” zum Ziel gesetzt, dass niemand mehr in einem neuen Volvo ums Leben kommt oder schwer verletzt wird.
In einem ersten Schritt wurde für dieses Ziel jeder neue Volvo mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 180km/h ausgestattet. Auch das Assistenzsystem “Pilot Assist” wurde auf den Markt gebracht. Es funktioniert ähnlich wie ein Spurhalteassistent und kann zudem festgelegte Geschwindigkeiten und den Abstand zu vorausfahrenden Wagen einhalten. Wenn Ihr Interesse an der "Sicherheitsmarke" geweckt wurde, können Sie gerne einen Blick auf unsere aktuellen Angebote für Volvo werfen.

Auch die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, den Straßenverkehr langfristig sicherer zu machen. Bis 2050 soll die Zahl der Schwerverletzten und Toten bei Autounfällen auf null reduziert werden. Ein sehr ambitioniertes Bestreben, das schon in den nächsten Jahren erste Erfolge verzeichnen soll. 2022 sollen alle Neuwagen serienmäßig mit mehreren Assistenzsystemen ausgerüstet sein.
Heute noch als kostenpflichtiges Extra erhältlich, zählen dann unter anderem Geschwindigkeits-, Notbrems-, Spurhalte- und ein Rückfahrassistent zur Grundausstattung. Zudem soll eine Blackbox, ähnlich wie bei einem Flugzeug, Daten während und nach einem Unfall aufzeichnen, um bessere Kenntnisse aus dem Geschehenen zu ziehen und eine genauere Unfallanalyse und Forschung zu ermöglichen. 

Übersicht wichtiger Sonderausstattungen

Die nachfolgende Liste bietet einen Überblick zu den verschiedenen Sonderausstattungen. Die Wahl der besten Ausstattung liegt am Ende natürlich bei Ihnen selbst.
Nicht mit aufgeführt werden verpflichtende Serienausstattungen wie ABS/ ESP, Frontairbags, Kopfstützen etc. Auch häufig in Serienausstattungen vorkommende Systeme, wie Berganfahrassistent, Servolenkung, Zentralverriegelung etc. werden nicht berücksichtigt.


Sonderausstattungen, die für erhöhte Sicherheit sorgen:

  • Totwinkelassistent
  • Notbremsassistent
  • Spurhalteassistent
  • Spurwechselassistent
  • Nachtsichtassistent
  • Fernlichtassistent
  • Stauassistent 
  • Parkassistent 
  • Müdigkeitswarner
  • Fußgängererkennung
  • Head-Up-Display
  • Sprachsteuerung 
  • Abstandsregeltempomat (ACC, Adaptive Cruise Control)
  • Kopfairbags
  • LED Scheinwerfer
  • Klimaanlage
  • Multifunktionales Lenkrad
  • Verkehrszeichenerkennung
Innenraum eines Audis bei Nacht mit einer Stadt im Hintergrund

Konfigurieren leicht gemacht 

Dass verschiedene Assistenzsysteme eine entscheidende Unterstützung im Straßenverkehr sein können, ist hinlänglich bewiesen. Auch in Zukunft darf mit weiteren “schlauen Helfern” im Straßenverkehr sowie einer noch besseren Serienausstattung bei Neuwagen gerechnet werden.


Die Konfiguration des bestmöglichen und sichersten Pakets für das neue Traumauto kann aufwendig und kompliziert sein. Eine große und entscheidende Rolle spielen unter anderem Faktoren wie Kurz- oder Langstrecke, Familienauto oder Geschäftswagen, häufige oder seltene Nutzung und nicht zuletzt der finanzielle Aspekt. Damit die Auswahl der richtigen Sonderausstattung noch einfacher wird, bietet VEHICULUM zukünftig für ausgewählte Modelle fertig zusammengestellte Ausstattungs-Pakete an. Die Pakete enthalten wichtige Assistenzsysteme für die sichere Nutzung des Autos und bieten für jeden Bedarf das passende Upgrade zur Serienausstattung.




Noah Löffler
Copywriter

Ich schreibe gerne und viel. Am liebsten über Elektromobilität und die Nachhaltigkeit der Automobilbranche.







Noah Löffler

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Ich schreibe gerne und viel. Am liebsten über Elektromobilität und die Nachhaltigkeit der Automobilbranche.







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