Abschreibung PKW: Was muss ich beachten?

Ob für den Mitarbeitende im Außendienst oder zur eigenen Nutzung; Firmenwagen sind in vielen Branchen und Unternehmen eine Notwendigkeit. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen stellt die Anschaffung von Firmenwagen jedoch einen komplexen und facettenreichen Prozess dar.

Abhängig von Faktoren wie der Liquidität und den langfristigen finanziellen Planungszielen des Unternehmens gilt es zunächst einmal, zwischen dem Fahrzeug-Leasing und dem Kauf eines PKWs zu entscheiden. Entscheiden Sie sich als Unternehmer*in für den Kauf eines Firmenwagens, ist es damit allerdings noch nicht getan. Grund dafür ist neben den obligatorischen Instandhaltungskosten der Wertverlust eines PKWs. Wie alle anderen Nutzgegenstände verlieren auch Firmenwagen mit der Zeit an Wert. So gilt die Faustregel, dass ein Auto bereits im ersten Nutzungsjahr ein Viertel des Listenpreises einbüßt. Um die Geschäftsbilanz dahingehend realitätsgetreu zu gestalten, muss sich dieser Wertverlust dann auch in der Bilanz Ihres Unternehmens widerspiegeln. Dazu wenden Sie bei der Bilanzgestaltung die lineare Abschreibung an.

 Abschreibung PKW – Wie schreibe ich ab?

  1. Fahrzeugwert ermitteln

Um einen PKW abschreiben zu können, benötigen Sie zuallererst den Fahrzeugwert, welcher sich bei einem Neuwagen aus den Anschaffungskosten zusammensetzt. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass auch Sonderausstattungen und Extras mitberechnet werden müssen. Ist Ihr Unternehmen nicht vorsteuerabzugsberechtigt, gilt zudem der Preis inklusive Umsatzsteuer.

Hier eine Beispiel-Rechnung:

Sie sind zum Abzug von Vorsteuer berechtigt und kaufen einen Firmenwagen mit einem Listenpreis von 25.000 Euro netto. Als Zusatzoption wählen Sie eine Klimavollautomatik für 3.000 Euro und ein Parkassistenzsystem für 2.000 Euro. Die finalen Anschaffungskosten des Firmenwagens betragen somit 30.000 Euro.

  1. Jährlichen Abschreibungsbetrag berechnen

Ist der Fahrzeugwert ermittelt, müssen Sie nun den jährlichen Abschreibungsbetrag berechnen. Dieser ergibt sich aus dem Fahrzeugwert und der Nutzungsdauer. Das Bundesfinanzministerium setzt für neue PKWs pauschal eine Nutzungs- und Abschreibungsdauer von 6 Jahren an. Die Abschreibungsdauer für Anlagevermögen 2019 können Sie der Abschreibungstabelle , kurz Afa-Tabelle, des Bundesfinanzministeriums entnehmen. Entspricht die jährliche Fahrleistung des PKW mehr als 40.000 Kilometer, ist auch eine kürzere Nutzungsdauer zu rechtfertigen. Andersherum kann ein PKW auch über 8 Jahre oder mehr abgeschrieben werden, insofern die jährliche Fahrtleistung nachweislich gering ist. Zur Dokumentation der jährlichen Fahrtleistung empfiehlt sich das Führen eines Fahrtenbuchs.

Übrigens: Mehr zur Afa-Tabelle 2019 erfahren Sie in unserem Lexikon.Alles zum Thema Leasing finden Sie in unserem Auto Leasing Ratgeber

 

Abschreibungsbetrag Beispielrechnung:

Fahrzeugwert / Nutzungsdauer in Jahren = Jährlicher Abschreibungsbetrag

30.000 Euro / 6 Jahre = 5.000 Euro/Jahr

 

Auch der genaue Anschaffungs-Zeitpunkt spielt eine Rolle für den Abschreibungsverlauf. Wurde der PKW nicht im Januar, sondern mitten im Jahr erworben, wird der Abschreibungsbetrag auf die verbleibenden Monate heruntergerechnet. Fällt der Anschaffungszeitpunkt beispielsweise auf Juli, bleiben im Geschäftsjahr noch 6 Monate Nutzung übrig.

Monatsbezogene Abschreibung Beispielrechnung:

(Jährlicher Abschreibungsbetrag / 12 Monate) x Anzahl der im Jahr noch verbleibenden Monate

5.000 Euro / 12 Monate = 417 Euro/Monat

417 Euro x 6 Monate = 2.500 Euro

Abzuschreiben sind in diesem Fall 2.500 Euro. Um auf die gesamte Abschreibungsdauer zu kommen, müssen die fehlenden sechs Monate natürlich dennoch miteinbezogen werden. Abgeschrieben wird also von Juli des Anschaffungsjahres bis Juli im letzten Jahr der Nutzung. Für die letzten sechs Monate werden dementsprechend wieder 2.500 Euro abgeschrieben.

Ein Auto verliert im ersten Nutzungsjahr ein Viertel an Wert - Abschreibung ist deshalb ein Muss.

Abschreibungsende und Besonderheiten bei der PKW Abschreibung

Was passiert, sobald Sie den PKW komplett abgeschrieben haben? Entscheiden Sie sich auch nach Ende der Abschreibungsdauer dafür, den Firmenwagen weiter zu nutzen, ist dies kein Problem. In der Bilanz geben Sie dann für den Zeitraum der weiteren Nutzung bloß einen Restwert von 1,00 Euro an.

Neben dem klassischen Neukauf eines PKW können Sie übrigens auch bisher privat genutzte Fahrzeuge ins Betriebsvermögen übernehmen und als Firmenwagen nutzen. Dabei gibt es eine Besonderheit zu beachten. So müssen Zeitwert und verbleibende Nutzungsdauer geschätzt werden. Bei Bedarf können Sie sich dafür an Prüfstellen wie den TÜV oder die Dekra wenden. Abgesehen davon verläuft die Abschreibung eines gebrauchten PKWs identisch zu der eines Neuwagens.

Sonderabschreibung im Anschaffungsjahr: So wird’s gemacht

Unabhängig davon, ob es sich um Neu- oder Gebrauchtwagen handelt, besteht die zusätzliche Option der Sonderabschreibung im Anschaffungsjahr. Diese ermöglicht es Ihnen, zusätzlich zum ermittelten jährlichen Abschreibungsbetrag einmalig 20% des Anschaffungswerts abzuschreiben. Voraussetzung dafür ist, dass Sie den Firmenwagen im Anschaffungsjahr zu maximal 10 Prozent privat nutzen, was wiederum durch ein Fahrtenbuch dokumentiert werden kann. Des Weiteren bedarf es eines Blickes in ihre Bilanz des Vorjahres. In dieser darf der Wert des Betriebsvermögens nicht über 235.000 Euro liegen. Ermitteln Sie Ihren Gewinn nicht durch Bilanzierung, sondern stattdessen mit einer Einnahmen-Überschussrechnung, muss der Vorjahresgewinn geringer als 100.000 Euro sein. Sind beide Bedingungen gegeben, steht der Sonderabschreibung nichts mehr im Weg. In den meisten Fällen sorgt die erhöhte Abschreibung im ersten Anschaffungsjahr schlussendlich auch für einen insgesamt kürzeren Abschreibungszeitraum.

Beispielrechnung PKW Sonderabschreibung:

Ihr Unternehmen erfüllt die Voraussetzungen für eine Sonderabschreibung im ersten Abschreibungsjahr. Sie kaufen den bereits genannten Beispiel-PKW für 30.000 Euro. Zusätzlich zu dem zeitbezogenen Abschreibungsbetrag können Sie im ersten Jahr weitere 6.000 Euro mit abschreiben.

30.000 Euro x 20 Prozent = 6.000 Euro

6.000 Euro + 5.000 Euro = 11.000 Euro

Verbuchen Sie nun die Sonderabschreibungssumme mit dem oben ermittelten Abschreibungsbetrag 5.000 Euro (beziehungsweise 2.500 Euro bei Kauf im Juli), beträgt die gesamte Abschreibungssumme für dieses Jahr 11.000 Euro (8.500 Euro).

Die Abschreibung ist eine effektive Option, um die Buchführung Ihres Unternehmens realitätsnah und akkurat zu halten. Insbesondere Unternehmen, die sich des Instruments der Sonderabschreibung bedienen können, profitieren bei dem Kauf eines Firmenwagens. Nichtsdestotrotz ist die anfängliche Anschaffung des PKWs ein großer Einschnitt in die finanzielle Beschaffenheit eines Unternehmens. Vor allem die Liquidität, aber auch das langfristige wirtschaftliche Planungsvermögen können stark negativ beeinflusst werden.

Finanzielle Flexibilität mit Leasing

Möchten Sie als Unternehmer*in finanziell flexibel und zukunftssicher sein, ist das PKW-Leasing eine hervorragende Alternative zum herkömmlichen Autokauf. Bei Leasing-Angeboten zahlen Sie statt einer einmaligen großen Anschaffungssumme feste monatliche Beträge. Diese Leasingbeträge sind zudem auch voll als Betriebsausgaben absetzbar. Viele potenzielle Interessierte werden beim Leasing jedoch von der Vielzahl an Angeboten und der mangelnden Preistransparenz auf dem Markt abgeschreckt. VEHICULUM kennt das Problem und bietet Gewerbetreibenden die Möglichkeit, Leasingangebote digital einzusehen und zu vergleichen. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen Firmenwagen anzulegen, schauen Sie bei unseren günstigen Sonderangeboten vorbei.

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