Der klassische Autohandel ist auf dem Abstellgleis

Unser Fazit zum Lidl-Auto

geschrieben von Philipp

Der klassische Autohandel ist auf dem Abstellgleis

Die erste Mondlandung. Der erste Überschallflug. Die erste Weltumseglung. Das erste Mal ist immer etwas Besonderes. Auch deshalb sind wir stolz, als weltweit erstes Unternehmen ein vollständig digitales Leasingangebot für Privatkunden auf die Beine gestellt zu haben.

Am 4. Februar 2019 um 10 Uhr haben wir den Aktionsstart des Lidl-Autos bekanntgegeben. Insgesamt 1.000 Fiat 500 standen im Rahmen unserer Kooperation mit der Supermarktkette aus Neckarsulm zum Leasing für Privatkunden zur Verfügung. Ausgestattet sind die Stadtflitzer mit einer Klimaanlage, einem Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, hinteren Parksensoren, einem Bluetooth Radiosystem und Designfelgen. Zudem konnten Kunden zwischen einem Basispaket und einem Full-Service-Paket inklusive Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung sowie sämtlichen anfallenden Wartungsleistungen wählen. In beiden Fällen waren die Überführungskosten und die Zulassung bereits enthalten; für 6€ mehr im Monat gab es einen Satz Winterreifen dazu. Die Außenfarbe, Laufzeit und Laufleistung konnten Kunden selbst auswählen. Wählte man das Basispaket mit 48 Monaten Laufzeit und einer jährlichen Laufleistung von 10.000 Kilometern kam man so auf günstige 89 Euro im Monat. Zum Vergleich: Bei einem bekannten Autovermieter least man den Fiat 500 bei gleichen Konditionen für gut 120 Euro im Monat – ohne Sonderausstattung und exklusive Überführungskosten in Höhe von rund 800 Euro.

Leasing weiter auf dem Vormarsch

„Nur wenige Händler haben schon heute Systeme und Prozesse, um Leasingverträge komplett digital abzuwickeln“, kommentierte Autoprofessor Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen. Für das Lidl-Auto haben wir genau solch einen Prozess entwickelt. Und so hat es statt der für die Aktion anvisierten 12 Wochen auch gerade einmal knapp 7 Tage gedauert, bis sämtliche Fahrzeuge an den Mann und die Frau gebracht wurden. Aber auch ohne solche einmaligen Angebote liegt Leasing schwer im Trend. Unter Privatkunden wird heutzutage schon fast so viel geleast wie finanziert. Grund dafür ist die Tatsache, dass wir Güter zunehmend nutzen wollen, ohne sie besitzen zu müssen. Ob Möbel, Matratzen oder Multimedia – eine monatliche Rate verschafft uns die gewünschte Mischung aus finanzieller Flexibilität und kalkulierbaren Kosten. Und beim Leasing fällt es Dank der beständigen monatlichen Zahlungen leicht, einen Überblick über die Kosten für das Fahrzeug zu behalten. Hohe Anschaffungskosten entfallen; bei VEHICULUM wird nicht einmal eine Sonderzahlung am Anfang oder Ende des Vertrags nötig.

Die neue Welt der Internet-Generation macht den klassischen Autohandel überflüssig. - Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer

Das Auto aus dem Internet

Leasing ist also top-modern und passt auch ganz wunderbar zur Subscription-Economy. Doch das war nicht der einzige Grund, weshalb unsere Kooperation mit Lidl so erfolgreich war. „Die neue Welt der Internet-Generation macht den klassischen Autohandel überflüssig“, urteilt Autopapst Dudenhöffer. Denn fast jeder dritte deutsche Autofahrer kann sich vorstellen, sein nächstes Auto im Internet zu besorgen. So ist die Zukunft des Neuwagenhandels eben auch digital. Aber: „Nur wenige Händler haben schon heute Systeme und Prozesse, um Leasingverträge komplett digital abzuwickeln“, mahnt Autoprofessor Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen im Handelsblatt. Mit anderen Worten: Die alteingesessenen Player der Automobilindustrie hinken dem Fortschritt hinterher. Und bieten somit Platz für junge, dynamische Unternehmen wie yours truly, die alles digitalisieren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Allerdings gibt es auch bei uns noch Verbesserungspotenzial. So war etwa die Abholung der Fahrzeuge nur an drei Standorten möglich, die allesamt im Osten der Republik angesiedelt waren. Auch wenn es kein Beinbruch ist, sich kurz für ein paar Stunden von Hamburg oder Köln aus in den Bus oder die Bahn zu setzen und die Abholung des Autos vielleicht sogar noch mit einem Städtetrip zu verbinden – eine Haustürlieferung wäre sicherlich noch ein weiteres Schmankerl gewesen. Außerdem haben wir uns vorgenommen, den Status der Bestellungen noch regelmäßiger und transparenter zu kommunizieren, um unseren Kunden größtmögliche Planbarkeit zu ermöglichen. Auch haben wir von vereinzelten Vorfällen gehört, in denen die Wartezeiten für die Video-Identifikation und die digitale Vertragsunterschrift länger ausfielen als vorgesehen. Solche Wehwehchen kann man bei einem Pilotprojekt wie diesem nie ganz ausschließen, weshalb wir uns freuen, dass die Aktion in Anbetracht ihrer Innovativität doch sehr reibungslos verlaufen ist. Und auch von Seiten der eintausend Besteller, die in den kommenden Wochen ihre Autoschlüssel in Empfang nehmen werden, haben wir fast ausschließlich positives Feedback erhalten.

Trotzdem müssen Millionen Menschen in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt nach wie vor von Autohaus zu Autohaus laufen und mühsam ihre analogen Angebote vergleichen, ohne dabei wirklich Geld zu sparen. Ob uns das traurig macht? Und wie! Aber gleichzeitig bietet uns das einen riesigen Wachstumsmarkt. Und so werden wir unseren Einstieg ins Privatkundenleasing weiter intensivieren und auch die Internationalisierung unseres Geschäfts in Angriff nehmen. Denn es gibt noch zu viele Menschen, die in überteuerten und intransparenten Leasingverträgen stecken.