Rückgabe Leasingfahrzeug: So einfach geht´s

Nach kurzer Recherche zur Rückgabe von Leasingfahrzeugen fällt sofort auf: Im Web kursieren diesbezüglich viele Falschinformationen. Wir verraten, worauf Sie bei der Rückgabe Ihres geleasten Autos achten sollten und klären häufig gestellte Fragen in puncto vorzeitige Fahrzeugrückgabe. Mit VEHICULUM funktioniert die Rückgabe garantiert reibungslos!

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Verärgerte Kunden äußern sich naturgemäß eher als zufriedene und machen ihrer Wut dann gerne im Internet Luft. Viele davon ärgern sich zu Unrecht, dass Händler für Dellen am Auto bei der Leasing-Rückgabe Geld verlangen. Diese emotional getriebenen “Erfahrungsberichte“ bilden die Realität aber nicht objektiv ab.

Hier gelangen Sie direkt zur Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für die Leasingfahrzeug-Rückgabe.

Rückgabe Leasingfahrzeug: Unkompliziert bei Kilometerleasing

Die meisten Negativbeispiele gründen auf der Vergangenheit des Leasingmarktes, war früher noch das sogenannte Restwertleasing die gängigste Vertragsart, bei dem der Restwert des Fahrzeuges am Ende der Vertragslaufzeit durch einen Gutachter ermittelt wird. Das Risiko und somit die Sorge, bei der Fahrzeugrückgabe einen hohen Restwertbetrag zahlen zu müssen, war entsprechend groß. Inzwischen bieten die meisten Leasinganbieter vornehmlich Kilometerleasing an. Rückgaben verlaufen so ganz gefahrenlos. Denn: Die richtige Vertragsart ist das A und O beim Fahrzeugleasing!

Im VEHICULUM-Hilfebereich erklären wir Schritt für Schritt, wie Sie Ihr geleastes Fahrzeug zurückgeben.

Rückgabe Leasingfahrzeug: Der erste Eindruck zählt

Dass das Leasingfahrzeug während der Vertragslaufzeit gut gepflegt und gewartet wird, versteht sich eigentlich von selbst. Schließlich ist und bleibt es ein Wertgegenstand. Beim Leasing gilt das umso mehr, da Sie nicht der Eigentümer des Autos sind. Bereits kleine Makel können bei fehlender Wartung zu Problemen werden: Geringer Reifendruck führt zu Verschleiß, Kratzer oder Dellen mindern den Wert.

Kurz vor der Abgabe lohnt es sich, das Leasingfahrzeug aufzubereiten. Ein guter erster Eindruck vermittelt dem Gutachter, dass das Auto stets gut gepflegt wurde und in einem guten Zustand ist. Ob Sie Geld für eine professionelle Aufbereitung investieren oder das Fahrzeug selbst durch die Waschanlage schicken und innen gründlich säubern, ist unerheblich.

Nach der Begutachtung des Leasingfahrzeugs durch den Gutachter ist es empfehlenswert, alle Formulare gut zu prüfen, bevor Sie unterschreiben. Prüfen Sie das Mängelprotokoll eingehend – sollten Sie Zweifel haben, nehmen Sie die Unterlagen getrost mit nach Hause, denn Sie sind nicht zu einer sofortigen Unterschrift gezwungen. Insbesondere etwaige Klauseln zur Schuldanerkennung und Kostenübernahme sollten Sie sorgsam lesen.

Für welche Schäden am Leasingfahrzeug muss ich aufkommen?

Vorab: Nicht jeden Schaden am Leasingfahrzeug müssen Sie bezahlen! Das geleaste Fahrzeug muss keineswegs in einem perfekten Zustand abgegeben werden, sondern nur in einem dem Alter und Laufzeit entsprechenden Gebrauchszustand sein.

Nach § 538 BGB haftet der Leasingnehmer nur für übermäßige Abnutzung. Also bei Schäden, die bei vertragsgemäßem Gebrauch hätten vermieden werden können. Unterschieden wird zwischen kleineren Leasingfahrzeug-Schäden, die sich anteilig wertmindernd auswirken und erheblichen Mängeln, welche zu hundert Prozent in Rechnung gestellt werden.

Gebrauchsspuren sind normal und werden nicht in Rechnung gestellt

Zu normalen Gebrauchsspuren gehören zum Beispiel kleine Steinschläge oder kleine Schrammen und Kratzer in der Nähe von Tankdeckel, Felgen, Türgriffen oder Kofferraumgriffen. Auch kleine Kratzer an Dach und Klappen können durch die Benutzung der Waschanlage verursacht werden. Leichte Einbeulungen an Türen und dem hinteren rechten Seitenteil sind typische Gebrauchsspuren bei der Fahrzeugnutzung im dichten Verkehr und bei engen Parklücken. Solche Schäden gehören somit auch nicht zur übermäßigen Nutzung. Entsprechendes gilt auch für Lackabplatzungen an den Türkanten.

Aufwand für die Beseitigung von Schäden muss verhältnismäßig sein

Sind die Schäden am Leasingfahrzeug “übervertragsmäßig“ hoch, so müssen Sie nicht die Kosten tragen, die nötig sind, um den Schaden zu beheben, sondern lediglich der Betrag, um denjenigen der Wert des Fahrzeugs gemindert ist. Hier gilt weiter die Gesamtbetrachtung: Einzelne Schäden dürfen nicht aufsummiert werden. Der Minderwert bei der Gesamtbeurteilung mit für einen neutralen Beobachter nachvollziehbaren Kriterien kalkuliert werden. Die Beweislast für eine übermäßige Abnutzung des Leasingfahrzeugs trägt dabei die Leasinggesellschaft.

Gut zu wissen: Auf den Nachzahlungsanspruch der Leasingbank darf keine Mehrwertsteuer berechnet werden. Grund dafür ist, dass die Nachforderungen nicht für eine Leistung der Bank, sondern nur zum Ausgleich der Schäden dienen. Heutzutage arbeitet jeder größere und seriöse Autohändler oder -hersteller mit dem DEKRA Schadenkatalog der DEKRA Automobil GmbH oder mit dem Schadenkatalog des TÜVs. Diese bieten eine einheitliche Beurteilungsplattform und damit eine höchstmögliche Objektivität bei der Begutachtung.

Hier können Sie den DEKRA Schadenkatalog sowie den TÜV Schadenkatalog einsehen.

Falls es sich nun doch um einen Schaden am Leasingfahrzeug handelt, den Sie bezahlen müssen: Keine Panik! Gutachter und Händler nutzen Smart Repair. Bei zerkratzten Alufelgen eines Leasingfahrzeugs müssen Sie keineswegs gleich den Neupreis zahlen, sondern lediglich die Smart-Repair-Kosten. Analog gilt das für alle anderen Schäden, die sich über Smart Repair beheben lassen. Rainer Schwer von Dekra Automobil erklärt:

 

Unsere Gutachter empfehlen immer die kostengünstigste, fachgerechte Reparatur.

Was passiert, wenn ich mehr oder weniger Kilometer mit dem Leasingfahrzeug fahre?

Auf Basis der Gesamtkilometerleistung berechnet sich die Leasingrate des Leasingfahrzeugs. Fährt der Leasingnehmer mehr, wird pro Zusatzkilometer von den Leasinggesellschaften ein Betrag berechnet. Dabei gibt es in der Regel eine Toleranz von bis zu 2.500 Mehrkilometern, die nicht zusätzlich kosten. Werden weniger Kilometer gefahren als vereinbart, bekommt der Leasingnehmer eine Erstattung pro nicht-gefahrenem Kilometer. Eine Übersicht der Kosten pro Mehr- und Minderkilometer finden Sie in Ihrem Leasingangebot.

Vorzeitige Rückgabe eines Leasingfahrzeugs:

Kann ich den Vertrag vor dem regulären Vertragsende kündigen?

Eine außerordentliche, fristlose Kündigung ist nur bei schwerwiegender Vertragsstörung möglich. Ein Beispiel hierfür wäre der Diebstahl des Leasingfahrzeugs oder ein Totalschaden.

Was muss ich bei der vorzeitigen Vertragsbeendigung bezahlen?

Grundsätzlich sind beide Vertragsparteien an die Vertragslaufzeit gebunden. Bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung muss der Leasingnehmer bis auf wenige Abzüge das gesamte Leasingentgelt bezahlen. Deswegen ist eine Überprüfung der vertraglichen Regelungen und des Kostenrisikos vor einer übereilten Kündigung unbedingt zu empfehlen!

Was passiert mit geleisteten Sonderzahlungen bei vorzeitiger Vertragsbeendigung?

In der Regel wird eine geleistete Sonderzahlung bei der Rückgabe nicht zurückerstattet. Der Leasinggeber hat stets Anspruch auf das gesamte, ursprünglich vereinbarte Entgelt.

Welche Kosten übernimmt die Fahrzeugversicherung bei Totalschaden oder Diebstahl?

Bei Totalschaden oder Diebstahl des Leasingfahrzeugs erstattet die Versicherung lediglich den Wiederbeschaffungswert des Autos. Des Weiteren hat der Leasinggeber gegenüber dem Leasingnehmer Anspruch auf Ausgleich des über den reinen Fahrzeugschaden hinausgehenden Schadens. In diesem Falle das restliche Leasingentgelt. Dies wird weder von der Kaskoversicherung noch von der generischen Kfz-Haftpflichtversicherung getragen. Bei vielen Leasinggesellschaften ist es mittlerweile möglich, dieses Kostenrisiko mit einer GAP-Versicherung abzusichern. Wir von VEHICULUM raten Ihnen dringend dazu: Die GAP-Versicherung ist standardmäßig in unserer 1-Klick-Versicherung enthalten.

Gut zu wissen: Bei Diebstahl oder Totalschaden endet der Vertrag nicht. Der Leasingnehmer muss kündigen. Bei einem Diebstahl ist es empfehlenswert, den Leasingvertrag erst nach einem Monat nach der Entwendung zu kündigen. Denn nach den Allgemeinen Leasingbedingungen ist der Leasingnehmer verpflichtet, ein gestohlenes Fahrzeug wieder zurückzunehmen, wenn es innerhalb eines Monats nach Eingang der Schadensanzeige wieder aufgefunden wird.

Die wichtigsten Informationen zur Rückgabe eines Leasingfahrzeugs auf einen Blick:

  • Rückgaben von Leasingfahrzeugen verlaufen in der Regel völlig reibungslos
  • Nicht alle Schäden müssen bei der Rückgabe bezahlt werden
  • Gebrauchsspuren sind normal: Das Leasingfahrzeug muss nur in einem dem Alter und Laufzeit entsprechenden Zustand abgegeben werden
  • Der Leasingnehmer haftet nur für übermäßige Abnutzung
  • Der Schadenskatalog der DEKRA Automobil GmbH und des TÜVs sorgen für Objektivität
  • Bei Mehrkilometer gilt eine Toleranz von bis zu 2.500 km
  • Minderkilometer werden erstattet
  • Eine vorzeitige Rückgabe ist nur bei schwerwiegender Vertragsstörung möglich
  • Bei vorzeitiger Vertragsbeendigung ist bis auf wenige Abzüge das gesamte Leasingentgelt zu zahlen

Hier finden Sie eine Checkliste für die Leasing-Rückgabe vom ADAC zum Ausdrucken.

Zum Weiterlesen: Lesen Sie den unabhängigen Erfahrungsbericht zur Leasing-Rückgabe.

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