Tuning, Felgen, Anhängerkupplung – Welche Veränderungen am Leasingfahrzeug sind erlaubt?

Wenn das neue Leasingfahrzeug vor der Tür steht, ist die Freude groß! Doch Autofans möchten im Nachhinein manchmal etwas an ihrem Traumauto verändern. Den Sportwagen tieferlegen, die Limousine mit auffälligen Felgen ausstatten oder noch schnell eine Anhängerkupplung an den Kombi bauen – ist das beim Leasing überhaupt erlaubt? Wir erklären, welche Veränderungen an einem Leasingfahrzeug vorgenommen werden dürfen – und von welchen Sie als Leasingnehmer besser die Finger lassen.

Veränderungen am Leasingfahrzeug – Was darf ich machen?

Es gibt Umbauten, die die Grundsubstanz des Autos verändern und beim Leasing daher problematisch, wenn nicht sogar unzulässig sind. Genauso gibt es einfache Modifizierungen, die in der Regel unproblematisch sind. Welche Veränderungen in welche Kategorie gehören und wie Sie als Leasingnehmer am besten damit umgehen, lesen Sie in den folgenden Abschnitten. Der erste Schritt ist aber immer der Blick in den Leasingvertrag: Häufig sind hier bereits zulässige und unzulässige Veränderungen am Leasingwagen aufgeführt.

Veränderungen am Leasingfahrzeug - Branding ist durchaus möglich

Firmenlogo auf dem Leasingfahrzeug

Besonders wenn Sie ein Fahrzeug geschäftlich leasen, möchten Sie es vielleicht branden. So sehen Ihre Kunden direkt, wem das Auto gehört und bei jeder Fahrt werben Sie für Ihr Unternehmen. Die gute Nachricht: Grundsätzlich ist das Bekleben eines Leasingautos kein großes Problem. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie sich die Erlaubnis Ihres Leasinggebers schriftlich einholen. Vielleicht hat er auch Tipps zu spezialisierten Werkstätten für Sie. Sie sollten außerdem auf ein paar weitere Grundregeln achten:

 

  • Die Folierung auf dem Fahrzeug muss sich nach Ende der Leasingzeit wieder rückstandslos entfernen lassen.
  • Der farbliche Unterschied zwischen dem folierten und dem nicht-folierten Lack darf nicht sichtbar sein. Durch UV-Strahlung bleicht Autolack im Laufe der Zeit etwas aus, beklebter Lack durch den Schutz der Folie kaum. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass die verwendete Folie aktuellen Standards entspricht und solche Effekte nicht begünstigt. Die Verfärbungen sind bei manchen Farben oder Lacken wahrscheinlicher, hier hilft schon vor dem Leasing eine Beratung zu geeigneten Farbtönen wahrzunehmen. Bei kurzen Leasinglaufzeiten sind starke Verfärbungen aber unwahrscheinlich.
  • Achten Sie auf die richtige Pflege der Folierung am Auto. In der Regel ist Heißwachs bei der Autowäsche sehr schädlich und auch beim Polieren sollten Sie vorsichtig sein. Lassen Sie sich vom Fachmann beraten, wie Sie das beklebte Fahrzeug am besten pflegen.
  • Das Wichtigste kommt zum Schluss: Lassen Sie die Folierung ausschließlich von Experten machen. Während ein kleiner Lackschaden bei der Anbringung oder Ablösung in Eigenregie am eigenen Fahrzeug kein großes Problem ist, kommt es Sie an einem Leasingfahrzeug teuer zu stehen. Spezialisten des Fachs kennt sich genau mit den Anforderungen aus und können Folie ohne jegliche Schäden anbringen und entfernen. Weisen Sie trotzdem darauf hin, dass es sich um einen Leasingwagen handelt – so lassen sie zusätzlich Vorsicht walten.

 

Veränderungen am Leasingfahrzeug - neue Sitzbezüge im Auto sind kein Problem

Radio, Sitzbezüge, LEDs – kleine Veränderungen am Leasingfahrzeug

Übersichtliche Umbauten wie ein Radio mit mehr Funktionen, Sitzbezüge in anderen Farben oder andere LEDs im Auto sind in den meisten Fällen unbedenklich. Einfacher ist es natürlich, schon bei der Auswahl des Fahrzeugs auf diese Details zu achten, um im Nachhinein keine zusätzlichen Kosten zu haben. Normalerweise müssen Sie nämlich am Ende der Leasingzeit alle Änderungen rückgängig machen und haben dann ein einzelnes Autoradio und gemusterte Sitzbezüge – aber kein Auto mehr. Fragen Sie sicherheitshalber nochmal beim Leasinggeber nach, bevor Sie mit den Anpassungen beginnen – vielleicht nimmt er Ihnen die zusätzlichen Gadgets am Ende der Leasingzeit sogar ab.

 

Veränderungen am Leasingfahrzeug - neue Felgen können Sie ohne Probleme anbauen

Neue Felgen am Leasingfahrzeug

Neue Felgen sind eine einfache Möglichkeit, die Optik eines Autos zu verändern. In der Regel sind andere Felgen am Leasingwagen auch in Ordnung. Achten Sie aber darauf, dass beim Umbau die ursprünglichen Felgen und das Auto nicht beschädigt werden. Die Original-Felgen müssen Sie dann gut geschützt aufbewahren und vor der Rückgabe des Wagens wieder anbauen. Dann bleiben Sie aber auf den Felgen sitzen, da Leasinggeber daran in der Regel kein Interesse haben.

 

 

Veränderungen am Leasingfahrzeug - eine Anhängerkupplung sollten Sie nicht nachbauen

Anhängerkupplung nachrüsten

Manchmal wird nach langen Überlegungen ein Leasingwagen bestellt und nach ein paar Monaten fällt auf, dass eine Anhängerkupplung doch praktisch gewesen wäre. Können Sie die einfach nachmontieren lassen? In der Regel nicht. Leasinggeber bestehen auf den Originalzustand des Autos. Beim Einbau von Anhängerkupplungen wird meist die Substanz des Wagens verändert (bohren, schweißen etc.). Da das kaum mit dem Originalzustand zu vereinbaren ist, ist eine Nachmontage normalerweise nicht möglich, da eine Anhängerkupplung den Wert eines Fahrzeugs nicht steigert, sondern verringert. Wir empfehlen deshalb, bereits vorm Leasing alle benötigten Features aufzulisten, damit eine solche Nachrüstung gar nicht erst nötig ist.

 

Veränderungen am Leasingfahrzeug - Tuning ist nicht erlaubtTuning, Tieferlegen & Co. – große Veränderungen am Leasingfahrzeug

Umfassende Veränderungen am Leasingfahrzeug, wozu klassisches Tuning (z.B. Chiptuning) ebenso zählt wie das Tieferlegen eines Wagens, sind in der Regel nicht gestattet. Auch wenn beispielsweise das Chiptuning vor der Rückgabe rückgängig gemacht werden kann, um den Originalzustand wiederherzustellen, so ist die Grundsubstanz des Autos doch verändert worden. Chiptuning beeinflusst nämlich Motor und Fahrwerk und erhöht die Belastung und Abnutzung. Selbst nach einem Rückbau ist die Abnutzung des Autos stärker als bei einem baugleichen Auto ohne Tuning. Der Restwert ist geringer und Sie müssen kräftig nachzahlen – wenn der Händler das Auto überhaupt zurücknimmt. Durch das Tuning erlischt außerdem die Herstellergarantie auf den Motor. Bei einem Schaden am Motor würde der Hersteller auf die Modifizierung verweisen und Sie müssten die Kosten selbst tragen.

Beim Tieferlegen verhält es sich ähnlich: Um ein Auto tieferzulegen muss entweder eine verkürzte Feder eingebaut oder ein neues Fahrwerk (adaptiv oder Sportfahrwerk) eingebaut werden. Das verändert die Grundsubstanz des Autos immens. Aber selbst wenn Sie bei der Rückgabe die Serienfedern oder das originale Fahrwerk wieder einbauen lassen würden, wäre das Fahrzeug im Leasingzeitraum ganz anders belastet worden als mit originalen Bauteilen. Kratzer und Dellen an Karosserie sind kaum vermeidbar. Deshalb ist das Tieferlegen ebenso wie Chiptuning in der Regel keine Option bei geleasten Fahrzeugen.

Ein neues Radio oder Sitzbezüge sind in einem Leasingfahrzeug kein Problem. Von Chiptuning oder Tieferlegen sollten Sie aber genauso die Finger lassen wie vom Einbau einer Anhängerkupplung.

Grundregeln bei Umbauten am Leasingfahrzeug

Absprache mit dem Leasinggeber

In jedem Fall sollten Sie Veränderungen am Leasingfahrzeug bei Ihrem Leasinggeber anfragen und sich schriftlich eine Erlaubnis einholen. Auch kleine Umbauten wie ein neues Radio sollten Sie so anmelden. Im Zweifels- oder Schadensfall können Sie sich dann auf die Genehmigung berufen. Solche kleinen Umbauten sind für gewöhnlich auch kein Hindernis und werden einfach genehmigt. Bei größeren Änderungen wie einer Anhängerkupplung empfehlen wir, bereits vor Beginn des Leasingvertrages beim Leasinggeber anzufragen. Da ein nachträglicher Umbau meist nicht genehmigt wird, ist es sinnvoll, bereits vorher nach einem Auto mit Anhängerkupplung zu suchen oder den Umbau vom Leasinggeber machen zu lassen – das kann die Leasingraten zwar entsprechend erhöhen, aber so ist der Leasinggeber definitiv im Bilde.

Veränderungen müssen zurückgebaut werden

In jedem Fall sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie sämtliche Veränderungen am Leasingfahrzeug vor der Rückgabe rückgängig machen müssen, wenn nichts anderes mit dem Leasinggeber abgesprochen ist. Da das Auto zu jeder Zeit sein Eigentum ist, kann er auch auf den Rückbau kleiner Modifizierungen bestehen: Kleine optische Anpassungen steigern für Sie vielleicht den Wert des Autos, der Leasinggeber kann das aber anders sehen. Da er Eigentümer des Autos ist und es verkaufen muss, entscheidet allein er, welchen Zustand das Auto am Ende haben soll.

Fazit zu Veränderungen am Leasingfahrzeug

Grundsätzlich ist es schwierig, an einem Leasingwagen etwas zu verändern. Das Fahrzeug ist nicht Ihr Eigentum und Sie sind in einem gewissen Rahmen von der Restwertschätzung Ihres Leasinggebers abhängig. Kleinere Veränderungen, die Ihnen mehr Spaß am Auto bringen, sind oft kein Problem. Sobald für Umbauten aber die Grundsubstanz des Autos verändert werden muss, beeinflussen sie den Restwert negativ und sollten nicht durchgeführt werden. Generell ist es ratsam, bei jeder Art von Änderung den Leasinggeber zu kontaktieren und eine schriftliche Erlaubnis einzuholen. So sind Sie abgesichert und können Ihre neuen Gadgets in Ruhe genießen.