Netflix für Mobilität – Was kann das Auto-Abo?

Was steckt hinter dem Subscription-Trend in der Automobilbranche? Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Auto-Abo und Auto-Leasing? Und für wen eignet sich welches Modell? 

Schnellübersicht: Auto-Abo vs. Leasing

  • Das Auto-Abo ist zwischen Auto-Leasing und der herkömmlichen Automiete anzusiedeln
  • Die Laufzeiten bei Subscription-Verträgen sind deutlich kürzer als beim Leasing
  • Leasing bietet eine größere Auswahl an Fahrzeugmodellen
  • Während man sich beim Leasing meist selbst um Wartungen/ Reparaturen kümmern muss, sind diese Leistungen in der Rate beim Auto-Abo inklusive
  • die monatlichen Kosten fürs Leasing sind deutlich geringer als beim Subscriptionmodell

 

Subscriptions auf dem Vormarsch

Die Subscription Economy als solche hält bereits Einzug in vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens – laut einer Studie von McKinsey sind rund 15% aller Onlineshopper gleichzeitig auch Nutzer eines oder mehrerer Subscription-Dienste. Darunter fällt im Großen und Ganzen alles, was den Bezug wiederkehrender Leistungen in bestimmten Zeiträumen umfasst.

Prominente und in diesem Zusammenhang gern genannte Namen sind Netflix, Spotify, Dollar Shave Club und auch diverse Boxen-Anbieter wie HelloFresh. All diese Unternehmen haben eines gemein; bei deren Produktangebot handelt es sich stets um relativ günstige Güter. Filme, Songs und Lebensmittel sind im Einzelnen mit geringem Kostenaufwand verbunden. Allerdings ist dieses Prinzip nun auch langsam in der Automobilbranche angelangt, welche aktuell wohl mehr im Wandel steht, als irgendeine vergleichbare Industrie. Trends wie z.B. das Car Sharing, welches in den letzten Jahren stark boomte, regten in Folge dessen viele Hersteller zum Umdenken an: Der eigentliche Kauf und somit das Eigentum eines Fahrzeugs verliert bei den Konsumierenden zunehmend an Wichtigkeit. Vielmehr ist es eine Art von exklusiver Mobilität, welche die Bedürfnisse der modernen Autofahrenden erfüllt. Einzelne Automarken wie Volvo mit seinem „Care“-Programm wagen bereits den Schritt in Richtung Abo. Rund 82% der in einer Studie von Simon-Kucher & Partners befragten Probanden ist dieses Modell allerdings bisher noch gar kein Begriff.

Wo besteht nun also der Unterschied zum Fahrzeugleasing, das bereits seit geraumer Zeit ein etabliertes Modell in dieser Branche ist und selbst stetig an Popularität gewinnt?

Subscription vs. Leasing

Bei beiden Modellen handelt es sich gewissermaßen um ein uneingeschränktes Mobilitätsversprechen, ohne dass ein Fahrzeug tatsächlich erworben wird. Die Vorteile im Vergleich zum Kauf liegen dabei auf der Hand: Zum einen gibt es keine schwer kalkulierbaren Risiken, welche es zu beachten gilt, wie z.B. der Wertverlust des Fahrzeugs aufgrund verschiedener Faktoren. Außerdem kann man nach Ende der Laufzeit bequem auf ein neues, aktuelleres Modell umsteigen, ohne sich um den Verkauf des vorherigen Autos kümmern zu müssen. 

 

 

Abo-Modelle werden vor allem damit beworben, dass sie den Nutzenden von den meisten Pflichten des Eigentums entlasten (dazu zählen z.B. Wartungskosten und die Kfz-Versicherung). Außerdem weisen sie durch die relativ kurzen Laufzeiten von Subscription-Verträgen ein hohes Maß an Flexibilität auf. Am Beispiel Care by Volvo beträgt diese nur 6 Monate. Einige unabhängige anbietende Unternehmen von Car Subscriptions räumen ihrer Kundschaft außerdem eine monatliche Kündbarkeit ein. Unter diesen Gesichtspunkten siedelt sich das Auto-Abo zwischen der klassischen Kurzzeitmiete und dem Leasing an.

Allerdings schlägt sich die erworbene Flexibilität auch auf die monatlichen Kosten nieder: So beträgt der Preis für den Volvo XC40 in der Ausstattung Momentum Pro (Neukaufpreis UVP 36.150€) mit einer Laufleistung von 15.000 km/ Jahr ab 539€, während dasselbe Modell im günstigsten Leasingpaket (Stand 16.07.2019) 339,97€ pro Monat kostet. Hochgerechnet wären das beim Leasing jährlich 8.159,28€, während das Abo-Modell mit 12.936€ zu Buche schlägt und damit in diesem Fall um ca. 60% teurer ist. Am konkreten Beispiel sind Wartungskosten sogar im Leasingpreis inbegriffen. Da das Auto-Abo derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es bislang auch nur eine sehr übersichtliche Auswahl an Fahrzeugen und kaum Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration.

Car-Abos nehmen dem Kunden viele einzelne Schritte ab, darunter das Risiko des Gebrauchtwagenverkaufs.

Welcher Finanzierungstyp sind Sie?

Nun stellt sich natürlich die Frage, welches Modell sich für wen am meisten eignet. Pauschal kann man das nämlich nicht sagen: Entscheidend ist Ihr Anspruch an Mobilität und Flexibilität. Wer also auf eine sehr kurzfristige, aber relativ flexible Rundum-Sorglos-Mobilitätslösung von ca. 6 Monaten angewiesen ist, für den kann es sich lohnen, zur Abo-Lösung zurückzugreifen. Das betrifft zum Beispiel Menschen, die berufsbedingt vorübergehend ihren Wohnort wechseln müssen. Übersteigt die geplante Laufzeit jedoch einen bestimmten Zeitwert, zahlt sich Leasing weiterhin aus. Wer also ohnehin auf ein Fahrzeug angewiesen ist oder dauerhaft eines nutzen möchte, spart mit dieser Variante bares Geld.

 

Fazit

Subscriptionmodelle erobern zur Zeit alle möglichen Branchen weltweit – vor allem im rein digitalen Bereich: Online Streamingdienste führen den Markt an. Da Autos jedoch nicht mit Musik, Filmen oder Rasierklingen vergleichbar sind, gilt es nun abzuwarten, wie sich dieses Modell hinsichtlich der Automobilbranche in Zukunft durchsetzen wird. In der Studie von Simon-Kucher & Partners sehen 59% der Befragten das Abomodell aufgrund der vergleichsweise hohen Kosten nicht als Alternative zum Leasing – Insgesamt geht der Trend allerdings weiterhin weg vom Auto als Eigentumsobjekt und hin zur Mobilitätslösung auf Zeit. Wer nun auf der Suche nach der perfekten Lösung ist, sollte genau evaluieren, welche Faktoren ihm dabei wichtig sind.

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