Leasing

Leasing Nebenkosten - Womit Sie neben der Rate rechnen müssen

Sie sind auf der Suche nach einem neuen Auto und fragen sich, mit welchen Kosten Sie eigentlich kalkulieren müssen? Wir geben einen Überblick!

Lesezeit:

8 min

September 14, 2023

Nicht nur beim Leasing, sondern auch bei allen anderen Finanzierungs- und Abomodellen fallen neben der eigentlichen Rate noch weitere Kosten für das Auto an, welche bei der Entscheidung für oder gegen ein neues Auto berücksichtigt werden sollten. Den Überblick über die verschiedenen Kostenstellen zu behalten, rechnet sich langfristig also wortwörtlich. Diese einmal im kurzen Überblick:

  • Überführung
  • Zulassung
  • Kfz-Steuer
  • Kfz-Versicherung
  • GAP-Versicherung
  • Inspektion und Wartung
  • Kraftstoff

Welche Leasingrate ist die attraktivste?

Grundsätzlich lässt sich dies nicht beantworten. Die Leasingrate hängt von verschiedenen Faktoren ab, die je nach dem spezifischen Leasingvertrag und den Rahmenbedingungen variieren können. Hier sind stellvertretend einige der Hauptfaktoren, die die Leasingrate beeinflussen:

Fahrzeugwert: Der Wert des geleasten Fahrzeugs ist einer der wichtigsten Faktoren. Je höher der Wert des Fahrzeugs, desto höher kann die monatliche Leasingrate sein.

Laufzeit: Die Dauer des Leasingvertrags beeinflusst die monatliche Rate. Kürzere Laufzeiten führen oft zu höheren monatlichen Raten, während längere Laufzeiten normalerweise niedrigere Raten bedeuten.

Anzahlung: Eine höhere Anzahlung zu Beginn des Leasingvertrags kann die monatliche Rate senken, da der Finanzierungsbetrag reduziert wird.

Restwert: Der geschätzte Wert des Fahrzeugs am Ende des Leasingvertrags (Restwert) beeinflusst die Höhe der monatlichen Raten. Ein höherer Restwert kann zu niedrigeren Raten führen.

Zinssatz: Der Zinssatz, auch Geldfaktor genannt, beeinflusst die Finanzierungskosten. Ein niedriger Zinssatz führt zu niedrigeren Gesamtkosten und damit möglicherweise zu niedrigeren monatlichen Raten.

Kilometerbegrenzung: Wenn im Leasingvertrag eine Begrenzung für die gefahrenen Kilometer festgelegt ist, kann dies die monatliche Rate beeinflussen. Eine höhere Kilometerbegrenzung oder die Option, zusätzliche Kilometer zu erwerben, kann zu höheren Kosten führen.

Herstelleranreize: Hersteller können zeitlich begrenzte Sonderangebote oder Anreize anbieten, die die Leasingrate senken könnten.

Diese Faktoren können miteinander interagieren und so die Leasingrate stark beeinflussen. Zudem hängt diese auch vom Hersteller und dem gewählten Modell ab. Beachten Sie daher bei Wahl Ihres neuen Fahrzeugs für die bessere Vergleichbarkeit auch die Nebenkosten, welche sicher oder möglicherweise auf Sie zukommen werden.

Die Überführungskosten

Wenn Autohändler von der Überführung sprechen, dann meinen sie den Transport des Fahrzeugs vom Ort der Herstellung bis zum Händler. In den Kosten enthalten sind neben der Versicherung für eventuelle Transportschäden auch die Aufbereitung beziehungsweise die Reinigung des Fahrzeugs nach dem Transport sowie eine erste Inspektion durch den Händler. Dieser Prozess kann allerdings nicht pauschal mit genauen Kosten beziffert werden, da auch diese von zahlreichen Faktoren abhängen. Im Durchschnitt belaufen sie sich jedoch auf rund 500 bis 1.000€, welche vor dem Beginn der Leasinglaufzeit beglichen werden müssen, da diese in der Regel nicht mit der monatlichen Rate verrechnet werden.

Parallel zu den altbekannten Überführungskosten, welche gleichzeitig auch zur gängigsten Methode zählen, gibt es weiterführend noch Werksabholungs- und Lieferkosten. Erstere bezeichnen die direkte Abholung beim Hersteller durch den Kunden. Kosten für den Transport fallen hierbei also nicht an. Lediglich die sogenannte Auslieferungsvorbereitung, also Reinigung, Politur und Inspektion des Fahrzeugs durch den Hersteller im Werk wird dem Kunden in Rechnung gestellt. Die Lieferkosten hingegen beziehen sich auf das Gegenteil, nämlich die Lieferung des Autos bis zum Kunden nach Hause.

Die Überführungskosten tragen einmalig einen großen Teil zu den Nebenkosten für das Auto bei. Vergleichen Sie vor Vertragsabschluss also die verschiedenen Optionen sorgfältig, um für sich selbst das beste Angebot zu ermitteln.

Die Zulassung des Autos

Für das Leasing gilt, dass sich die Kosten für die Zulassung des Autos nicht von denen anderer Finanzierungsmodelle unterscheiden. Wichtig ist zu beachten, dass Sie als Vertragsnehmer diese Kosten, welche durchschnittlich bei 30€ liegen, zu tragen haben.

Sie haben die Möglichkeit, Ihr neues Fahrzeug bei der dafür zuständigen örtlichen Behörde, welche sich an Ihrem Hauptwohnsitz befindet, selbst zuzulassen. Andernfalls kann der Händler dies auch für Sie übernehmen, allerdings kommt dafür meist ein geringer Aufpreis zu Stande. Auch eine dritte Person kann die Zulassung für Sie vornehmen, wenn diese, wie der Händler auch, eine entsprechende Vollmacht von Ihnen ausgestellt bekommt.

Für die Zulassung des Autos sind folgende Dokumente erforderlich:

  •   Identitätsnachweis (Personalausweis oder Reisepass)  
  •   SEPA-Mandat für Kfz-Steuer  
  •   Zulassungsbescheinigung Teil II  
  •   elektronische Versicherungsbestätigung eVB als Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung    
  •   Certificate of Conformity (COC-Bescheinigung)    

Zusätzlich müssen folgende zwei Voraussetzungen für die Zulassung erfüllt sein:

  •   Nachweis einer gültigen Kfz-Versicherung  
  •   Verkehrstüchtigkeit des Fahrzeugs (bei Neuwagen wird diese für 3 Jahre nach Erstzulassung angenommen)  

Wir empfehlen Ihnen außerdem, sich bereits vor dem Zulassungstermin für oder gegen ein Wunschkennzeichen zu entscheiden, da dieses ebenfalls für die Zulassung benötigt wird. Prüfen Sie also gegebenenfalls vorab, ob Ihr Wunschkennzeichen verfügbar ist und reservieren Sie dieses gegen einen geringen Aufpreis.

Bei der Zulassungsbehörde erhalten Sie dann die Zulassungsbescheinigung Teil I sowie die Kennzeichennummer, die Umweltplakette und Stempelplaketten. Da Sie beim Leasing nach der Zulassung zwar als Halter des Fahrzeugs eingetragen werden, die Eigentümerschaft jedoch beim Leasinggeber verbleibt, bleibt auch die Zulassungsbescheinigung Teil I in der Regel beim Leasinggeber.

Tipp: Mit der internetbasierten Fahrzeugzulassung, der sogenannten i-Kfz, ist es mittlerweile sogar möglich, die An-, Ab- oder Ummeldung von Fahrzeugen online durchzuführen.

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Die Kfz-Steuer

Mit der Zulassung des Fahrzeugs entsteht die entsprechende Pflicht zum Abführen der Kfz-Steuer für Sie als Leasingnehmer. Die Höhe des Steuersatzes wurde in den vergangenen Jahren in erster Linie auf die Kompensation der durch das Fahrzeug verursachten CO2-Emissionen ausgerichtet. Bei der Berechnung der Höhe des zu zahlenden Steuerbetrages werden folgende Angaben benötigt:

  •   Fahrzeugart  
  •   Erstzulassung  
  •   Antriebsart  
  •   Hubraum in ccm    
  •   CO2-Wert in g/km    

Die Kfz-Versicherung

Bei beinahe jedem Leasingvertrag für einen Neuwagen wird der Abschluss einer Vollkaskoversicherung vertraglich verpflichtend geregelt. Hintergrund dessen ist der sehr hohe Wert, welcher dem Leasingnehmer in Form des Fahrzeuges vom Leasinggeber zur Verfügung gestellt wird. Um diesen also vor einem heftigen, wirtschaftlichen Nachteil im Schadensfall zu schützen, empfiehlt sich der Abschluss einer Vollkaskoversicherung. Sie als Leasingnehmer können jedoch selbst entscheiden, bei welchem Versicherer Sie diese in Anspruch nehmen möchten. Prüfen Sie vor Versicherungsabschluss die entsprechenden Konditionen jedoch genau oder fragen Sie Ihren Leasinggeber um Rat.

Tipp: Als Leasingnehmer stehen Sie in der Verantwortung, während der Laufzeit des Leasingvertrages Sorge für das Fahrzeug zu tragen. Dazu zählt neben einem sorgsamen Umgang auch die Pflege, Wartung und Reparatur.

Während eine Kaskoversicherung Schutz bei Beschädigung, Verlust oder Totalschaden am Fahrzeug bietet, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung für Ansprüche gegenüber Dritten bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden auf. Sie ist in Deutschland verpflichtend und damit für die Zulassung eines Autos erforderlich.

GAP-Versicherung

Zusätzlich zu der regulären Kfz-/Kaskoversicherung können Sie eine GAP-Versicherung abschließen. Solang nicht anders im Leasingvertrag geregelt, ist diese freiwillig, jedoch für Leasingnehmer sehr zu empfehlen. Der Begriff GAP leitet sich dabei vom englischen Begriff für Lücke ab und soll damit den Teil eines Schadens decken, welcher nicht durch die Kfz-Versicherung im Voll- oder Teilkaskoanteil gedeckt wird.

Die GAP-Versicherung ist speziell für geleaste oder finanzierte Fahrzeuge entwickelt wurden, um Leasingnehmer im Falle eines Diebstahls des Fahrzeuges oder eines selbstverschuldeten Totalschadens zu schützen. Demnach wird diesem der Ablösewert, also die Differenz zwischen dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs und dem noch offenen Leasingrestbetrag, erstattet, sodass weder Versicherungsnehmer noch Leasinggeber einen wirtschaftlichen Schaden erleiden.

Die GAP-Versicherung ist an die Dauer des Leasingvertrages geknüpft und endet damit automatisch mit dessen Ablauf.

Inspektion und Wartung

Wie bereits angedeutet, verpflichten Sie sich als Leasingnehmer zu einem sorgfältigen Umgang mit dem Leasingauto. Dazu zählt auch die Wartung und Inspektion bei konkreten Anhaltspunkten (z.B. Aufleuchten der Kontrollleuchten) oder im Verdachtsfall, um größere Schäden am Fahrzeug zu vermeiden.

In welchem Intervall Sie die Inspektionen durchführen lassen sollten, ist abhängig von den gefahrenen Kilometern oder der Laufzeit – orientieren Sie sich an dem Punkt der beiden, welcher zuerst eintritt. Die meisten Fahrzeuge weisen inzwischen sogar selbständig auf die Fälligkeit einer Wartung hin.

Auch das Auto als Gebrauchsgegenstand, welches von vielen Menschen fast täglich genutzt wird, kann unvorhergesehen einen Defekt aufweisen. In diesem Fall ist ein rasches Aufsuchen einer Werkstatt unumgänglich. Doch wer zahlt die Kosten dafür?

Wie auch bei der Inspektion, tragen Sie als Leasingnehmer die Kosten für Wartungen und Reparaturen am Fahrzeug. Doch auch beim Leasingvertrag sind Sie innerhalb des Gewährleistungszeitraums vor unerwartet hohen Kosten geschützt.

Der Gesetzgeber schreibt eine Gewährleistung von 2 Jahren ab Kauf beziehungsweise beim Leasing ab Beginn des Leasinvertrages für Mängel vor, die bereits bei der Fahrzeugübernahme vorhanden waren, wenn diese rechtzeitig angezeigt werden. Der gesetzlich geregelte Sachmangel muss dann also vom Verkäufer beseitigt werden. Viele Hersteller bieten zudem zusätzlich eine Garantie von 2 bis 7 Jahren, deren Leistungsumfang jedoch stark variieren kann – Verschleißschäden sind jedoch in den meisten Fällen nicht inbegriffen. Informieren Sie sich also genau.

Eine weitere Ausnahme, um sich vor Inspektions- und Reparaturkosten zu schützen, ist das Full-Service-Leasing. Der Leasingnehmer zahlt dabei zusätzlich zur Rate eine vereinbarte Servicepauschale, welche Serviceleistungen wie Inspektionen oder Wartungen abdeckt.

Beachten Sie außerdem, dass Sie als Leasingnehmer auch für den Erhalt der TÜV-Plakette verantwortlich sind. Bei Neuwagen, welche in aller Regel beim Leasing zum Einsatz kommen, ist die Haupt-und Abgasuntersuchung (HU/AU) spätestens nach 36 Monaten nach Zulassung fällig – bei längeren Leasinglaufzeiten danach aller 24 Monate. Auch die TÜV-Kosten gehen allerdings auf Ihre Rechnung als Leasingnehmer.

Ohne Sprit nichts los - Was kostet der Kraftstoff?

Zuletzt stellt sich für die meisten Autofahrer die Frage, wie hoch die Kosten für den Kraftstoff für das (potenzielle) Auto ausfallen werden, da auch diese als Nebenkosten gelten. Grundsätzlich gilt: Je höher der Verbrauch eines Autos, desto schlechter fällt nicht nur dessen Klimabilanz aus, sondern desto kostenintensiver schlägt sich auch der Kraftstoffpreis in Ihrer Bilanz nieder. Ein Pauschalwert dafür lässt sich allerdings nicht ansetzen, da dieser letztendlich von den aktuellen Kraftstoffpreisen, dem Verbrauch, Fahrverhalten und Häufigkeit der Nutzung des Pkws abhängig ist.

Einer Studie der britischen Vergleichsplattform Confused.com zufolge, investieren Deutsche etwa 6% ihres jährlichen Nettoeinkommens für Sprit pro Jahr. Dafür wird eine durchschnittliche Fahrzeugnutzung von 14.000km/Jahr, ein Durchschnittsverbrauch von 5,6l/100km und ein Benzinpreis von 2€ angenommen. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Nettoeinkommen von 26.000€ liegen die Kraftstoffkosten also bei 1.564€. Je höher der Verbrauch, je häufiger die Nutzung und je weiter die gefahrenen Strecken, desto höher fallen entsprechend die Kosten für Kraftstoff aus.

In unserem Magazin verraten wir Ihnen außerdem, wie Sie Sprit sparen und damit ebenfalls Nebenkosten reduzieren können.

Fazit

Neben der vereinbarten Leasingrate fallen noch einige zusätzliche Posten, die sogenannten Nebenkosten an, welche Sie bei der Anschaffung eines Autos im Hinterkopf behalten sollten. Verschaffen Sie sich deshalb einen guten Überblick über alle Leasing Kosten.

In den meisten Fällen vereinbarter Leasinglaufzeiten müssen Sie allerdings mit keinen großen Kosten für Reparaturen beim Autoleasing rechnen, da die Fahrzeuge in der Regel als Neuwagen technisch auf dem neuesten Stand und bei der Übergabe in einwandfreiem Zustand sind.

Zusätzlich bieten viele Leasinggeber attraktive Servicepakete für das Autoleasing an, welche Ihnen ein umfassendes Bündel verschiedener vereinbarter Serviceleistungen zusichert. Auch Bausteine wie die GAP-Versicherung können in vielen Fällen beim Leasinggeber direkt abgeschlossen werden.

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Jenny Hanisch
Content Managerin & Copywriterin

Den Fortschritt nicht nur denken, sondern mitgestalten und dabei Transformation wie Tradition leben. Themen am Puls der Zeit liegen mir besonders am Herzen, um Vision und Realität auf den Punkt zu bringen.

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