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ACM City Konzept Rendering

ACM CITY – das Stadtauto der Zukunft?

In Städten werden immer mehr Autos zugelassen. Sie sorgen für erhöhte Luftverschmutzung und verursachen Platzmangel. Das Projektteam von "Adaptive City Mobility" glaubt, mit dem ACM City eine Lösung für das Problem entwickelt zu haben.

Die Zahl der Autos in deutschen Städten steigt rapide an. Im April 2019 waren allein in Berlin über 1,2 Millionen Autos zugelassen – mehr als jemals zuvor.
Dabei stehen die meisten Stadtautos 23 Stunden am Tag ungenutzt am Straßenrand oder in der Garage. So tragen sie nicht nur zur Luftverschmutzung bei – sie besetzen auch viel Fläche. Gerade diese wird in Großstädten, die weiterhin steigende Einwohnerzahlen verbuchen, immer mehr zur Mangelware. So wird laut einer aktuellen Studie 19 Prozent der Berliner Stadtfläche von parkenden Autos belegt. 

Neues Stadtauto Konzept ACM City

Der elektrische Kleinwagen ACM CITY soll zur Lösung dieses Problems beitragen. ACM steht für "Adaptive City Mobility". Dahinter steckt ein Zusammenschluss von zehn Unternehmen, die im Rahmen eines Förderprojekts des Bundes ein emissions­freies Mobilitäts-System für Städte entwickelt haben. Als zentraler Baustein des Konzepts wurde ein Stadtauto entworfen, das die Mobilität in Großstädten grundlegend verändern soll. Dieses Ziel soll mit Hilfe neuer Technologien und eines innovativen Sharing-Systems erreicht werden. Die Entwicklung dauerte rund sechs Jahre.

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Wie funktioniert der ACM CITY?

Ziel des Projektes ist es, Elektromobilität wettbewerbsfähig, ressourcenschonend und umweltfreundlich zu gestalten. Angestrebt wird eine bessere Verteilung, effizientere Nutzung und damit höhere Auslastung der einzelnen Fahrzeuge. Das erdachte Resultat: eine deutlich geringere Fahrzeugdichte in Städten, die zu einer Schonung der Umwelt und dem Gewinn von Lebensraum in Innenstädten beitragen würde.
Ein elektrischer Kleinwagen bietet heutzutage keine Innovation mehr. Auch die Option des Carsharings, um eine optimale Auslastung zu garantieren, ist bereits bekannt. Der ACM CITY soll jedoch einen großen Schritt weiter gehen. Er soll nicht nur Privatpersonen zur Verfügung stehen, sondern auch als E-Taxi zum Einsatz kommen und Logistik-Unternehmen als Zustellfahrzeug dienen.
 
Die Gebrauchsoberfläche des ACM CITY soll dabei dem Bedarf der verschiedener Parteien gerecht werden. Standardmäßig ist er mit drei Sitzen ausgestattet. Die Rückbank kann jedoch mit wenigen Handgriffen ausgebaut werden. So stehen 1.300 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Damit ließe sich beispielsweise eine Euro-Palette transportieren.
 
Angetrieben wird der ACM CITY von einem 15 Kilowatt starken Elektromotor. Damit erreicht er eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und bietet bei voller Akkuladung eine Reichweite von bis zu 160 Kilometern. Das Gewicht liegt bei 650 Kilogramm. “Damit braucht man nur die Hälfte der Akkukapazität für die gleiche Strecke mit einem anderen E-Auto“, erklärt Paul Leibold. Er ist Initiator des Projekts. Früher war er für BMW und Mini tätig, jetzt möchte er mit ACM seine eigene Vision eines Stadtautos verwirklichen.

Laut einer aktuellen Studie werden 19 Prozent der Berliner Stadtfläche von parkenden Autos belegt.

Das Stadtauto mit Wechsel-Akkus

Eine der technischen Innovationen des ACM CITY betrifft die Akkutechnik. Die Akkus können bei Bedarf an Wechselstationen einfach und schnell getauscht werden. Die insgesamt acht Lithium-Ionen Akkus befinden sich in zwei Schubladen, die aus dem Unterboden des Fahrzeugs gezogen werden können. Anschließend können sie von Hand getauscht werden. Jedes Modul wiegt 12 Kilogramm und bietet eine Kapazität von etwa zwei Kilowattstunden.
Der Tausch der Akkus soll nur etwa drei Minuten dauern. Die Aufladung an einer Haushaltssteckdose soll in sieben Stunden vonstatten gehen, mit einem speziellen Typ 2-Stecker sogar in nur vier Stunden.

ACM City Akku Schublade
Die wechselbaren Akkuzellen des ACM City sind in einer Schublade im Fahrzeugboden untergebracht.

Nutzerorientierung statt modisches City Car

Das Design des ACM CITY stammt vom renommierten Münchner Designer Peter Naumann. Laut ACM sei das Ziel beim Design des Fahrzeugs gewesen, einen Kontrapunkt zum Mainstream des gegenwärtigen Automobil-Stylings zu setzen. Die Gestaltung des ACM CITY orientiere sich vor allem an seiner Funktion. Der Nutzen steht im Vordergrund.
 
ACM plant neben der Basisvariante zwei weitere Ausführungen des Konzepts:
 
- ACM CITY eVAN: Die Rückbank und die hinteren Fenster weichen in dieser Version einer Ladefläche. ACM plant den Einsatz des eVan für Speditionen, Paketdienstleister sowie als Lieferfahrzeug für Geschäfte oder Apotheken. 
 
- ACM CITY ePICKUP: Ausgestattet mit einer verlängerten, offenen Ladefläche soll diese Version beispielsweise als Firmenfahrzeug in Handwerks- und Baufirmen oder in Gärtnereibetrieben eingesetzt werden. 
Alle drei Ausführungen basieren auf der gleichen Plattform, die jeweils mit anderen Aufbauten versehen wird. So soll das Konzept noch vielseitiger einsetzbar sein.

Das vernetzte Stadtauto

Zusätzlich zum Fahrzeug hat ACM ein System entwickelt, bei dem alle Bestandteile des neuen Mobilitätssystems miteinander vernetzt sind. Dazu gehören die Fahrzeuge selbst, die Wechselakku-Stationen, die Smartphones der Endnutzer*innen sowie das Backend der Technologie. Diese Daten sollen in Echtzeit aktualisiert werden und Flottenbetreiber*innen zur besseren Steuerung und Optimierung der Flotte dienen.
 
Die Vernetzung bietet außerdem die Möglichkeit für standortbasierte Werbesteuerung. Jedes Fahrzeug ist mit einer digitalen Werbefläche auf der Rückseite ausgestattet. Auf Wunsch kann auf allen Fahrzeugen im Umkreis von einer Zentrale aus gezielt und in Echtzeit Werbung eingeblendet werden. Diese kann je nach Uhrzeit und Standort des Fahrzeugs individuell angepasst werden. 

Die Zukunft des Stadtautos?

Wann der ACM CITY tatsächlich auf den Straßen unterwegs sein wird, ist noch unklar; eine Serienfertigung ist derzeit nicht geplant. Zuletzt hatte der ACM City eine Straßenzulassung erhalten. Nach einem ersten Feldtest in München im August 2019 befindet sich ACM nun in der Vermarktung. 

Denkbar ist eine Markteinführung zunächst in Metropolen in Wachstumsmärkten wie China oder Indien. In diesen Ländern gestaltet sich eine zeitnahe Anpassung der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität schwierig. Hier bietet sich der ACM CITY mit seinem Wechselakku-System beispielsweise als praktische und emissionsfreie Alternative zu traditionellen Rikschas und Tuk-Tuks an.

Der geplante Preis für den ACM CITY bei einer Markteinführung in Deutschland beträgt bei einer größtenteils lokalen Produktion etwa 15.000 Euro. In Indien beispielsweise würde sich der Preis bei einer dortigen Fertigung durch günstigere Arbeitskosten auf 10.000 Euro reduzieren.

Die Idee zur Einführung eines flächendeckenden Systems für Wechselbatterien bei Elektrofahrzeugen gab es bereits. Das Unternehmen Better Place beschäftigte sich ab 2007 mit dem Konzept. Better Place musste 2013 Insolvenz anmelden. ACM hofft mit einer Modernisierung des Konzepts auf mehr Erfolg. Vernetzte Flotten und ein klarer Fokus auf urbane Mobilität sind dabei zwei zentrale Innovationen.

Laut dem Unternehmen befinde man sich in Indien und Pakistan bereits in fortgeschrittenen Gesprächen für eine Serienfertigung. In Deutschländ dürften Konzepte wie das von ACM vor allem für Mobilitätsdienstleister und Logistikunternehmen interessant sein.

Für die individuelle Mobilität von Privatpersonen und Unternehmen in Städten sind weiterhin herkömmliche Kleinwagen eine attraktive Alternative. Diese sparen im Vergleich zu größeren Fahrzeugen Platz und bieten dank ihrem geringen Gewicht meist bessere Schadstoff- und Verbrauchswerte. VEHICULUM bietet eine Vielzahl an Angeboten für attraktive Kleinwagen, die urbane Mobilität einfach und bezahlbar machen. Darunter sind unter anderem elektrische Modelle wie der MINI COOPER SE und der BMW i3, mit denen Sie schon jetzt einen Einblick in die Zukunft der Stadtautos gewinnen können.

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Paul Dorn
Content Manager

Autos faszinieren mich schon seit ich laufen kann. Wenn etwas vier Räder hat, schnell ist und Lärm macht , schreibe ich gerne darüber. Aber auch für die leisen Töne moderner Elektroautos habe ich ein offenes Ohr.







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