VEHICULUM Magazin: Fahrzeugvorstellungen, Ratgeberbeiträge und Tipps im ständig aktualisierten Auto Blog
Rimac Nevera Frontansicht

Rimac Nevera (2021): Das fahrende Superlativ

Aus C-Two wird Nevera: Das elektrische Hypercar aus Kroatien wurde nun offiziell vorgestellt – und beeindruckt mit schier unglaublichen Leistungswerten.

Beschleunigung abseits des Vorstellbaren

1,85 Sekunden von 0 auf 100, 1.914 PS und über 2.300 Nm – mit dem Nevera hat Rimac ein Monster erschaffen. Nicht umsonst ist das Hypercar nach einem Sturm benannt, der die kroatische Adria-Küste ohne Vorwarnung und mit ungeahnter Brutalität heimsucht.

Dass niemand wirklich so viel Leistung und Performance braucht, gibt Firmengründer Mate Rimac offen zu. Der 33-jährige Kroate, der in der Branche mittlerweile "europäischer Elon Musk" genannt wird, sieht im Nevera eher eine Demonstration des technisch möglichen. Denn mit dem Hypercar sollen nicht nur reiche und autoverrückte Käufer*innen angesprochen werden – er dient auch als rollender Werbeträger, der zeigen soll, was Rimac technisch auf dem Kasten hat. Damit möchte der Hersteller große Industrie-Player für Kooperationen gewinnen.

Dass das kein Wunschdenken ist, haben die letzten Jahre bereits eindrucksvoll gezeigt: Porsche ist jüngst mit 25% als Investor bei Rimac eingestiegen, auch Hyundai/Kia hat bereits Anteile. Mit Audi sollen die Kroaten Berichten zufolge an einem elektrischen Nachfolger für den R8 arbeiten.

Das Nonplusultra in Sachen E-Antrieb

Mit dem Nevera hat Rimac ein weiteres mal eindrucksvoll bewiesen, was in Sachen Elektromobilität bereits möglich ist. Denn nicht nur die Fahrleistungen des Hypercars beeindrucken. Auch in Sachen Akku- und Ladetechnik setzt der Nevera neue Maßstäbe. Die 120 KWh große Batterie soll eine Reichweite von bis zu 550 km ermöglichen. Dazu lässt sie sich mit bisher unerreichten 500 kW Ladeleistung aufladen. Damit soll eine 80%-Ladung in nur 19 Minuten möglich sein. Allerdings ist der kroatische Sportler damit auch der aktuellen Ladeinfrastruktur um einiges voraus.

Rimac Nevera Akku
Rimac Nevera Monocoque

© Rimac Automobili

Design: Locker durch die Krawatte atmen

Das Design des Rimac ist, wie beim Pininfarina Battista, auf einen flachen Aufbau hin ausgelegt. Der cW-Wert von 0,28 ist allerdings nicht als extrem niedrig zu kennzeichnen. Der Porsche Taycan liegt im Vergleich bei deutlich besseren 0,22. Dabei wurde alles für eine Optimierung getan. 


Das Seitendesign des Rimac C_Two hat das markentypische “Krawatten-Design”, das sich aus Luftauslässen und -einlässen an den Seiten ergibt. Sie sorgen für Luftzufuhr für das hintere Kühlsystem. Wo wir schon an den Seiten sind: Der Rimac C_Two besitzt majestätische Schmetterling-Türen, die sich vorne verankert senkrecht nach oben bewegen. 


Ein wichtiges Aero-Element ist die aktive Motorhaube. Mit veränderlichen Klappen wird der Luftzug gesteuert ein Instrument, das auch am Frontsplitter und am Unterboden zum Einsatz kommt. Letzterer ist komplett flach und frei von störenden Ausbeulungen, aktive Flaps bestimmen aber auch hier den Luftzug und lassen je nach Bedarf Luft “in” das Fahrzeug, um Batterie und Elektromotor zu kühlen.

Aerodynamik im Nevera: Das Rad nicht neu erfunden

Strömungsoptimiert sind auch die Räder. Sie sind aus Aluminium gefertigt und können zusätzlich mit Carbon-Abdeckungen versehen werden, um möglichst wenig Luft in das Rad zu lassen. 

Wandert der Blick zum Heck, ist entscheidend, in welcher Geschwindigkeit und welchem Fahrmanöver sich das Fahrzeug gerade befindet. Der aktive Heckspoiler verlässt je nach Situation seine Grundposition direkt oberhalb der aggressiven Rücklichter, wo er, angeschmiegt an die Karosserie, strömungsoptimiert sitzt.
Durch das Ausfahren fungiert er als Instrument des Anpressdrucks auf die Straße oder sogar als aktive Luftbremse bei starker negativer Beschleunigung. 

Rimac C_Two "Krawatte" für die Motor- und Batteriekühlung. Das Markenzeichen in der Seitenansicht erkennbar
Rimac C_Two Räder Zentralverschluss weiße Bremsbacken
Rimac Heckspoiler und Heckpartie mit viel Carbon am C_Two

© Rimac Automobili

Interieur: Entspanntes Reisen mit 1.914 PS

Im Innenraum ist beim C_Two ein gefälliger Mix aus Displays und innovativ gestalteten Schaltern anzutreffen. Hinter dem Lenkrad, in der Mittelkonsole sowie im Armaturenbrett vor dem Beifahrer*innensitz sind horizontale Displays verbaut, die unterschiedliche Anzeigen bereithalten.


So haben diejenigen neben dem/der Fahrer*in einen Blick auf Fahrdaten, um über 1.900 PS noch einmal in Schrift verklausuliert und wie in einem Videospiel zu erfahren.

Weitere Displays stecken in drei neuartig designten Drehschaltern für Fahrmodus, Gang und die Kraftverteilung an Vorder- und Hinterachse.

Beim Blick auf die Materialien fällt neben jeder Menge Leder auch Carbon ins Auge.  


Rimac bewirbt den C_Two als Grand Tourer, also als perfektes Reisefahrzeug. Während die 550 Kilometer Reichweite auf diese Aussage noch einzahlen, strotzt der flache Supersportler nicht vor Kofferraum-Angebot. So präsentiert Rimac als mögliches Gepäck Drohne oder Platz für die Helme, die auf der Rennstrecke benötigt werden.


Nico Rosberg an Bord

Pininfarina greift auf Nick Heidfeld zurück, Rimac holt sich den ehemaligen deutschen Profi-Rennfahrer Rosberg an Bord.

Er durfte den Prototypen bereits bei ca. 75% der Gesamtleistung testen und bekam dabei die Rückenlehne mit einer ungefähren Beschleunigung von 2,4 Sekunden auf 100 Kilometer zu spüren.


Rimac-Chef spricht im Video mit Nico Rosberg von 6 Monaten weiterer Entwicklungsarbeit, um eines der schnellsten Elektrofahrzeuge der Welt auf den Markt zu bringen.

Innenraum und Tür Rimac C_Two
Drehschalter für Fahrmoduseinstellung im Rimac C_Two auf Sport gestellt
Nico Rosberg bei Rimac Automobili für das C_Two Hypercar

© Rimac Automobili

Preis des Rimac Nevera und erschwingliche Elektroautos

Wer auf den Rimac nicht warten will, oder die zwei Millionen Euro Kaufpreis nicht parat hat, kann die Zukunft bereits heute mit jeder Menge elektrischem Drehmoment erfahren.


Auf der VEHICULUM Spezialseite zum Thema E-Auto erwarten Sie spannende Informationen, Spartipps für bis zu 10.000 Euro und die besten Angebote für Elektroautos.



Weitere aktuelle News rund um Autovorstellungen, Erlkönige und Tuning

CUPRA Formentor: Neue Top-Version mit 390 PS-Fünfzylinder

by vehiculum
CUPRA Formentor VZ5 Magnetic Tech mit 390 PS

Als echtes Statement kann die Vorstellung einer neuen Top-Motorisierung für den CUPRA Formentor verstanden werden. Mehr Leistung, straffere Fahrdynamik und Designupdates an Interieur und Exterieur katapultieren das Power-SUV in neue Klassen.

G5M Hurricane RR: Power-Limousine mit 900 PS

by vehiculum
BMW M5 G-Power

Im Jahr 2006 präsentierte die Tuning-Marke G-Power ihr erstes Modell mit “Hurricane-Charakter”. Der BMW M3 CSL E46 wurde von ursprünglichen 360 PS auf stolze 530 PS gebracht. 14 Jahre, mehrere unglaubliche Fahrzeuge und dem Weltrekord für die schnellste Limousine später, präsentiert G-Power den G5M Hurricane RR. Wir haben alle Infos zu den schwindelerregenden Werten und dem faszinierendem Motor-Umbau zusammengefasst.

Lotus Evija: Ungeahnte Leistung, ultimativer Leichtbau

by vehiculum
Blick auf das Heck des Lotus Evija mit riesigen aerodynamischen Tunneln und riesigen, schmalen Rücklichtern in Form von Nachbrennern von Kampfjets. Farbe: silber

Der Lotus Evija gehört zu der neuen Welle von Hypercars, die durch Hybrid- und Elektroantrieb anschwillt. Für das Adjektiv “hyper” sorgen 2.000 PS (stärkstes Straßenfahrzeug, Stand: 02/2020) genauso wie eine Beschleunigung von weniger als neun Sekunden von null auf 300 Stundenkilometer.