Ratgeber

Was bedeuten diese Verkehrszeichen im Winter?

Schnee und Eis – der Winter hält für Autofahrer*innen einige Tücken bereit. Wichtige Verkehrszeichen und Tipps für sicheres Fahren erhalten Sie hier.

Lesezeit:

5 min

November 14, 2023

Mit dem Einzug des Winters verändern sich nicht nur die Straßenverhältnisse. Sie sollten auch die Bedeutung einiger spezieller Verkehrszeichen kennen, die besonders im Winter relevant sein können.

Winterliche Straßenverhältnisse erfordern also nicht nur besondere Aufmerksamkeit, sondern auch die richtige Interpretation der Verkehrszeichen ist dabei von entscheidender Bedeutung. Erfahren Sie, wie Sie sich im Winter auf den Straßen richtig verhalten und was bei eingeschneiten Verkehrszeichen gilt.

Womit müssen Sie bei diesen Verkehrszeichen rechnen und wie verhalten Sie sich bei diesen Verkehrszeichen

Verkehrszeichen ähneln sich des öfteren, sodass bei vielen Autofahrer*innen Verwirrung entsteht. Doch besonders im Winter ist ein schnelles Reaktionsvermögen und ein angepasstes Fahrverhalten essentiell, um Unfälle zu vermeiden. Diese Verkehrszeichen sollten Sie daher kennen:

Schnee- und Eisglätte

Am häufigsten kommt im Winter ein dreieckiges Verkehrszeichen mit einer schwarzen Schneeflocke vor. Das Schild, welches laut StVO zu den Gefahrenzeichen zählt, weist auf glatte Straßenverhältnisse hin. Im Winter entstehen diese meist im Zusammenhang mit Schnee, Frost, Matsch oder Schmelzwasser, wodurch sich die Schleuder- und Rutschgefahr stark erhöht.

Zudem taucht die Schneeflocke auch als Zusatzzeichen meist in Verbindung mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit gilt allerdings in diesem Bereich nicht nur bei Schnee- und Eisglätte, sondern generell. Der Zusatz weist lediglich auf die besondere Gefahr hin, um die Autofahrer*innen für eine angepasste Geschwindigkeit auf dem nachfolgenden Streckenabschnitt zu sensibilisieren.

Schnee- und Eisglätte als Gefahren- und Zusatzzeichen

Sowohl das Gefahren- als auch das Zusatzzeichen werden in der Regel zwischen O und O, also von Oktober bis Ostern installiert, da entsprechende Witterungsbedingungen am häufigsten in diesem Zeitraum auftreten.

Was ist bei diesem Verkehrszeichen zu beachten?

  • Seien Sie auf glatte und rutschige Straßen vorbereitet
  • Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit
  • Vermeiden Sie abruptes Bremsen und starke Lenkbewegungen

Schleudergefahr bei Nässe

Im Zuge des Klimawandels kommt es immer häufiger zu milderen Wintermonaten. Nicht selten, treten statt frostigen Temperaturen und Schneemassen umso mehr Regenfälle ein, welche zu nassen Fahrbahnen führen. An manchen Stellen kann dies für Autofahrer*innen und auch für die Umgebung besonders gefährlich werden, sodass auch dafür ein Gefahrenzeichen eingeführt wurde.

Das Verkehrsschild weist auf eine durch Nässe (oder Schmutz) rutschige Fahrbahn hin, wodurch man leicht ins Schleudern geraten kann.

Verkehrszeichen für Schleudergefahr

Was ist bei diesem Verkehrszeichen zu beachten?

  • Fahren Sie langsam
  • Vermeiden Sie starke Lenkbewegungen
  • Meiden Sie abruptes Beschleunigen oder Bremsen

Wildwechsel

Eine weitere, oftmals unterschätzte Gefahr im Herbst und Winter stellt der Wildwechsel dar. Darauf hin weist ein dreieckiges Gefahrenzeichen mit einem springenden Reh. Dieses sagt aus, dass auf der betroffenen Strecke häufig Wildtiere die Fahrbahn queren. Vor allem nahe Wäldern und Feldern ist dieses Verkehrszeichen oftmals zu finden, da dort der Wildwechsel besonders häufig vorkommt. Wichtig ist zudem zu wissen, dass dieses Schild nur dann aufgestellt wird, wenn an Schnellverkehrsstraßen keine Wildschutzzäune vorhanden sind. Die genaue Platzierung wird in Abstimmung mit Forst- und Jagdbehörden vorgenommen.

Achtung! Reh(e) von links in Sprungrichtung Fahrbahn

Wichtig zu wissen: Die Sprungrichtung des abgebildeten Rehs gibt Aufschluss darüber, aus welcher Richtung mit Wildwechsel zu rechnen ist.

Was ist bei diesem Verkehrszeichen zu beachten?

Alles zu diesem Thema und wie Sie Wildunfälle vermeiden finden Sie in unserem Blogartikel.

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Wintersport

Zugegebenermaßen, dieses Schild kommt flächendeckend betrachtet eher selten vor, doch in Wintersportgebieten oder in dafür prädestinierten Regionen sollten Sie wissen, was Sie bei diesem Schild erwartet und wie Sie sich verhalten sollten.

Das Schild, welches auf weißem Hintergrund einen Skifahrer abbildet, wird als Zusatzschild immer in Verbindung mit anderen Verkehrszeichen angebracht. Es deutet darauf hin, dass Wintersport in diesem Bereich erlaubt ist. Zum Teil wird diese Erlaubnis jedoch zeitlich begrenzt, was wiederum auf dem Schild durch ein Zeitintervall erkennbar sein muss.

Zusatzzeichen – Erlaubnis für und Hinweis auf Wintersport

Was ist bei diesem Verkehrszeichen zu beachten?

Fahren Sie mit angepasster Geschwindigkeit und seien Sie jederzeit bremsbereit, da Sie mit plötzlich erscheinenden oder querenden Wintersportlern rechnen müssen. Wenn nötig, belassen Sie es bei Schrittgeschwindigkeit.

Eingeschränkter/kein Winterdienst

Dieses Zusatzschild weist Sie darauf hin, dass in dem betroffenen Bereich kein oder nur (teilweise stark) eingeschränkter Winterdienst eingesetzt wird, das heißt, die Bereiche sind weder von Schnee oder Matsch befreit noch mit Streugut gesalzen. Häufig ist dies an wenig befahrenen Straßen der Fall. Gefahren durch winterliche Straßenverhältnisse sind hier also besonders groß.

Hinweis auf Ausführung des Winterdienstes

Was ist bei diesem Verkehrszeichen zu beachten?

  • Meiden Sie diese Wege bei schlechter Witterung
  • Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit
  • Achtung: Ereignet sich auf entsprechend gekennzeichneten Abschnitten ein Unfall im Zusammenhang mit der Witterung, gestaltet sich das Geltendmachen der Schadensersatzansprüche aufgrund unterstellter Vernachlässigung der Sorgfalt des öfteren schwierig

Was Sie bei zugeschneiten Verkehrsschildern beachten müssen

In den letzten Jahren zwar immer seltener geworden, kommt es in den Wintermonaten doch hin und wieder vor, dass Verkehrsschilder zugeschneit und damit kaum oder nicht mehr lesbar sind. Viele Autofahrer*innen stellen sich daher die Frage, ob diese Verkehrszeichen dann noch gelten.

Grundsätzlich behält hier der Sichtbarkeitsgrundsatz seine Gültigkeit. Demnach gilt:

“Ein Verkehrszeichen muss so angebracht werden, dass ein durchschnittlicher Kraftfahrer bei Einhaltung der nach § 1 StVO erforderlichen Sorgfalt dieses schon mit einem raschen und beiläufigen Blick erfassen kann.”

Ist ein Schild zwar zugeschneit, aber dessen Form eindeutig erkennbar wie beispielsweise beim Stoppschild oder dem Vorfahrtszeichen, so behält dieses seine Gültigkeit. Gleiches gilt, wenn die Darstellung trotz Schnee noch zu erkennen ist.

Anders verhält es sich allerdings, wenn Formen der Schilder durch den darauf liegenden Schnee bei normaler, sorgfältiger Fahrt gar nicht mehr zu erkennen ist. In diesem Fall gilt: Fahren Sie den Orts- und Witterungsverhältnissen angepasst mit größter Vorsicht, welche auch von einem Verkehrszeichen in diesem Bereich zu erwarten wäre. Höchstgeschwindigkeiten inner- und außerorts sollten Sie also weiterhin einhalten und an gefährlichen Stellen wie beispielsweise Schulen ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen.

Werden Sie trotz verschneitem Straßenschild als Beschuldigter in einem Bußgeldverfahren kontaktiert, so können Sie ein Wettergutachten des Deutschen Wetterdienstes einreichen, welches in der Regel zwar kostenpflichtig ist, aber Sie beim Nachweis Ihrer Schuldfreiheit unterstützen kann.

Werden Sie jedoch direkt von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle gestoppt, so können Sie dieser noch an Ort und Stelle die mangelnde Lesbarkeit der Geschwindigkeitsbegrenzung glaubhaft versichern. Achten Sie jedoch trotzdem immer auf die allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten inner- und außerorts.

Parkscheibe im Winter

Auch für Parkscheiben, Parkausweise und Parktickets gilt der Sichtbarkeitsgrundsatz. Laut §13 Abs. 1 StVO müssen diese am oder im Fahrzeug von außen gut lesbar angebracht sein. Empfehlenswert ist also in jedem Fall die Windschutzscheibe.

Doch im Winter ist auch diese nicht gefeit vor Schneefall. Ist diese im Winter zugeschneit und Ihre Parkscheibe oder Ihr Parkticket damit nicht mehr erkennbar, droht Ihnen kein Bußgeld.

Fazit

In der Winterzeit ist es entscheidend, die Bedeutung spezieller Verkehrszeichen zu kennen, da winterliche Straßenverhältnisse besondere Gefahren bergen. Besonderes Augenmerk sollte auf Verkehrszeichen für Schnee- und Eisglätte, Schleudergefahr bei Nässe, Wildwechsel, Wintersportzonen und eingeschränkten Winterdienst gelegt werden. Bei zugeschneiten Verkehrszeichen gilt der Sichtbarkeitsgrundsatz, und die Beachtung angepasster Geschwindigkeiten und Vorsichtsmaßnahmen ist von entscheidender Bedeutung, um Unfälle zu vermeiden und sicheren Verkehr während des Winters zu gewährleisten.

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Jenny Hanisch
Content Managerin & Copywriterin

Den Fortschritt nicht nur denken, sondern mitgestalten und dabei Transformation wie Tradition leben. Themen am Puls der Zeit liegen mir besonders am Herzen, um Vision und Realität auf den Punkt zu bringen.

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