Was kostet Autofahren wirklich?

Die Unterhaltskosten eines Fahrzeugs setzen sich aus diversen Posten zusammen. Nicht nur der Listenpreis ist entscheidend dafür, wie viel ein Auto kostet. Erfahren Sie hier, wie Sie die gesamten Autokosten kalkulieren.

Was ein Auto wirklich kostet

Das Autofahren gehört zu unserer DNA. Für die einen ist es ein Lifestyle, für die meisten jedoch eine unumgängliche Notwendigkeit. Die individuelle Mobilität gehört so selbstverständlich in unsere Gesellschaft wie wenig Anderes.

Dass der Besitz und Unterhalt eines Fahrzeuges Geld kostet, ist selbstverständlich. Regelmäßig unterschätzen Autofahrer*innen die wirklichen Kosten, die monatlich bzw. jährlich beim Betrieb des Autos anfallen. Häufig wird lediglich der Anschaffungspreis und eventuell noch die durchschnittlichen Spritkosten und Versicherungsbeiträge kalkuliert. Nebenkosten und Betriebskosten sind nicht im Kaufpreis enthalten, wodurch sie oftmals bei der Budgetberechnung ignoriert werden. Basierend darauf entscheiden sich Autofahrer*innen häufig für ein Auto und erfahren dann erst im Nachhinein, dass zusätzliche Unterhaltskosten anfallen. Hier besteht die große Gefahr, ein Loch in die Haushaltskasse zu reißen und sich in nicht zu stemmende Unkosten zu stürzen.

Jährliche Auto Betriebskosten

Deutsche Autofahrer*innen geben durchschnittlich etwas über 7.000 Euro im Jahr für ihr Auto aus. Eine Übersicht der Betriebskosten von ca. 230 Modellen zeigt, dass bei 15.000 Kilometern Jahreslaufleistung mindestens 313 Euro pro Monat allein für Betriebskosten einkalkuliert werden müssen.

Daher ist es wichtig, im Voraus des Autokaufs, so genau wie möglich zu berechnen, welche Nebenkosten beim Autokauf aufkommen.
In puncto Unterhaltskosten Auto gibt es zwei Arten zu unterscheiden:

  • Direkte Kosten
  • Indirekte Kosten

Unterhaltskosten Auto: Die direkten Kosten des Autofahrens

Die vier größten Posten zur Berechnung des Unterhalts eines Fahrzeugs sind:

  • der Anschaffungspreis
  • die Fixkosten
  • die Betriebskosten
  • der Wertverlust

Diese Posten stellen die direkten Kosten für den Besitz eines Automobils dar. Diese belaufen sich insgesamt auf ca. 50% der Gesamtkosten, die für den Besitz und Betrieb eines Automobils anfallen (direkte und indirekte Kosten addiert).

Wie viel kostet ein Auto? Der Anschaffungspreis

Der Anschaffungspreis ist der erste Posten, an den gedacht wird bei der Frage, wie viel ein Auto kostet. Er ist für gewöhnlich auch die größte Zahl in der Kostenaufstellung. Der Anschaffungspreis kann in verschiedenen Formen anfallen: entweder als einmalige Summe beim Barkauf, als monatliche Leasingrate mit oder ohne Anzahlung oder in Form einer monatlichen Kreditzahlung bei Kreditfinanzierung.
Der Anschaffungspreis variiert natürlich je nach Marke, Modell und Alter des Fahrzeuges und ist mit Recht ein erster Indikator dafür, ob das Fahrzeug erschwinglich ist.

Auto Fixkosten: was kostet ein Auto monatlich?

Die Fixkosten eines Autos stellen sich zusammen aus den Beiträgen zur Autoversicherung, der Kfz-Steuer und, wenn gemietet, den Kosten für einen Garagenplatz oder Parkplatz. Die Beiträge zur Autoversicherung sind abhängig von diversen Faktoren. Je nach Marke und Modell fallen die Beiträge unterschiedlich hoch aus. Das Alter des Wagens ist ebenfalls ausschlaggebend dafür, welche Art von Versicherung abgeschlossen wird. Handelt es sich um einen Gebrauchtwagen, ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung ausreichend (sie ist die Mindestausstattung bei den Autoversicherungen). Leasing Ratgeber2Handelt es sich jedoch um einen Neuwagen, sollte ein Rundum-Schutz in Form von Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko abgeschlossen werden. Dies gilt ganz besonders beim Neuwagen Leasing. Hier ist zusätzlich die sogenannte GAP-Versicherung Pflicht, die im Falle eines Totalschadens oder eines Diebstahls die ausstehenden Leasingraten sowie den nach Laufleistung vertraglich festgelegten Restwert abdeckt.

Betriebskosten Auto: die variablen Kosten des Autofahrens

Die Betriebskosten eines Autos lehnen sich an den Gebrauch und Verbrauch an. Das heißt, je mehr gefahren wird, desto höher fallen die monatlichen Auto Betriebskosten aus. Zu den Betriebskosten eines Fahrzeuges zählen alle Kosten, mit denen sichergestellt wird, dass das Auto fahren kann. Dazu gehören Spritkosten, Kosten für Motorenöle, Autoteile, die evtl. gewechselt werden müssen, sowie regelmäßige Besuche in der Werkstatt und Inspektionen. Die Betriebskosten sind ebenfalls schwer zu kalkulieren. zum einen ist das Tanken variabel im Preis, da der Rohölmarkt ständigen, teilweise vehementen Schwankungen ausgesetzt ist. Des Weiteren hat die Wahl des Modells sowie das persönliche Fahrverhalten großen Einfluss darauf, wie viel Sprit verbraucht wird. Schließlich sind neue Wagen weniger anfällig für Reparaturen als ältere und Gebrauchtwagen.

Auto Budget kalkulieren

Im Zuge der Budgetkalkulation kann man sich zumindest im Vorhinein über den durchschnittlichen Verbrauch des gewünschten Modells informieren, sowie darüber, welche Modelle besonders Reparaturanfällig sind oder wie sich die Versorgung mit Ersatzteilen gestaltet.

Zusätzlich werden zu den variablen Kosten noch Maut- und Parkplatzgebühren gerechnet, die nicht jeden Monat gleich hoch sind. Fallen mehrere Fahrten über Mautpflichtige Straßen an, sowie unterschiedlich hohe Parkgebühren auf diversen öffentlichen Parkplätzen, entstehen Kosten, die nicht mit Pauschalen in die monatlichen Autokosten einzukalkulieren sind.

Autokosten: Der Wertverlust eines Autos

Der letzte große Posten in der Gesamtkostenaufstellung vor Autokauf ist der Wertverlust. Dieser wird häufig unterschätzt. Insbesondere Neuwagen verlieren im ersten Jahr immens an Wert. Pauschal wird hier meist ein Wertverlust von 20% veranschlagt. Für alle weiteren Jahre wird mit 5% Wertverlust pro Jahr gerechnet.

Die Fixkosten eines Autos stellen sich zusammen aus den Beiträgen zur Autoversicherung, der Kfz-Steuer und, wenn gemietet, den Kosten für einen Garagenplatz oder Parkplatz.

Ein Auto Kostet nicht nur bei der Anschaffung Geld

Zusätzlich zu den direkten Kosten des Autofahrens fallen sogenannte indirekte Kosten im Unterhalt an. Diese Kosten sind nicht direkt in monetärer Form einzuschätzen. Es sind Kosten, die Einfluss auf weitere wirtschaftliche Bereiche haben. So sind zum Beispiel der Strafzettel für Falschparken oder das Überbezahlen von Parkplätzen (1h zahlen, nur 30 Minuten parken) indirekte Kostenfaktoren. Weitere indirekte Kosten entstehen durch Zeitverlust, Spritverbrauch und Kohlendioxidausstoß bei der Parkplatzsuche oder beim Stehen im Stau. Diese Kosten für Parken und Stau zusammen machen über die Hälfte der Gesamtkosten des Autobesitzes aus, ca. 53%.

Diese indirekten Kosten und somit die Kosten für den Autobesitz können ortsabhängig variieren. So gibt es Studien, die belegen, dass die Kosten für den Autobesitz und -betrieb in Frankfurt am Main am höchsten sind. Dort zahlen Autofahrer*innen im Jahr durchschnittlich 9.387 Euro für Besitz und Betrieb ihres Fahrzeuges. München, welche als staureichste Deutsche Stadt gilt, belegt in der Statistik den 3. Platz.

Tabellarische Darstellung der teuersten Städte für Autos in Deutschland

Die jährlichen Auto Unterhaltskosten

Der ADAC stellt auf der eigenen Seite einen Autokostenrechner zur Verfügung, der für sämtliche Modelle die tatsächlichen Kosten, die für den Autokauf bzw. den Betrieb eines Autos anfallen, ausreichend realitätsgetreu errechnet. Diese Rechnungen basieren auf einer großen Sammlung von Daten.

Aus der Rechnung sind folgende Posten zu entnehmen:

  • Fixkosten,
  • Betriebskosten,
  • Wertverluste
  • sowie Werkstatt- und Reifenkosten.

Die einzelnen Kategorien basieren auf umfangreichen Annahmen, die durch den ADAC festgelegt wurden.

Der ADAC Autokostenrechner

So sind dem ADAC Autokostenrechner beispielsweise die Kosten für einen SEAT Leon ST Cupra 300 4Drive DSG (7-Gang) zu entnehmen. Der mit einem Listenpreis in Höhe von 40.900 Euro ausgezeichnete Wagen kostet bei einer Haltedauaer von 5 Jahren (60 Monaten) und einer Laufleistung von 15.000 Kilometern im Jahr 866 Euro im Monat. Es wird hierbei ein monatlicher Wertverlust von 477 Euro veranschlagt. Dazu addiert werden 183 Euro Betriebskosten und 108 Euro Fixkosten, in denen bereits die Kfz-Steuer in Höhe von 228 Euro per annum verrechnet sind. Schließlich werden 98 Euro Werkstattkosten inklusive Kosten für Reifen berücksichtigt.

Darüber hinaus müssen Kfz-Versicherungen abgeschlossen werden. Die erforderliche Kfz-Haftpflichtversicherung kostet demnach ca. 591 Euro im Jahr. Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen sind bei einem Neuwagen Autokauf mehr als zu empfehlen und werden beim ADAC Autokostenrechner mit 1.151 Euro für Vollkasko und 239 Euro für Teilkasko beziffert.

Diese Zahlen basieren auf der Annahme, dass das Fahrzeug 5 Jahre gehalten wird und ca. 15.000 Kilometer pro Jahr fährt. Das bedeutet eine lange Bindung an das Auto, was zur Folge hat, dass Verschleiß und damit einhergehende Reparaturen in der Budgetierung mit einberechnet werden müssen. Je älter ein Fahrzeug ist und gefahren wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ausfälle auftreten und Reparaturen vorgenommen werden müssen.

Geringe Unterhaltskosten beim AutoleasingAlles zum Thema Leasing finden Sie in unserem Auto Leasing Ratgeber

Eine daher interessante Art des Auto Erwerbs ist das Leasing. Hier besteht die Möglichkeit, kürzere Laufzeiten von beispielsweise 12 oder 24 Monaten zu vereinbaren. Dadurch wird das Risiko verringert, für Verschleiß und Reparaturen, die nach längerer Laufleistung auftreten, aufkommen zu müssen.
In einem Beispiel bei VEHICULUM wird das selbe Automodell für 396 Euro pro Monat, inklusive 1-Klick-Versicherung mit Vollkasko und GAP-Versicherung, verleast. Das Angebot bezieht sich auf eine Leasing Laufzeit von 24 Monaten und eine Laufleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr.
Hier müssen noch die Steuern in Höhe von 228 Euro pro Jahr addiert werden, sowie Werkstattkosten, die sich jedoch bei zwei Jahren Leasing Laufzeit auf ca. 460  Euro insgesamt belaufen werden, da lediglich zwei Inspektionen für die gesamte Leasinglaufzeit zu veranschlagen sind, Reparaturen und Reifenersatz entfallen.

Mit Vehiculum günstig Leasen

So kommen wir auf eine monatliche Belastung von 434 Euro. Das bedeutet eine um die Hälfte niedrigere monatliche Belastung als vom ADAC veranschlagt und durch die Variante des Leasing 400 Euro zu sparen sind. Dieses Beispiel entstammt den VEHICULUM Privatleasing Angeboten. Demnach ist auch das Privatleasing eine sinnvolle Alternative zum Barkauf oder zur Finanzierung eines Neuwagens. Ausschlaggebend ist vor allem die kürzere Haltedauer, nach der man sich nicht um das Restwertrisiko sorgen oder um den Weiterverkauf kümmern muss.

Dieses und viele weitere interessante Angebote finden Sie auf der VEHICULUM Privatleasing und Geschäftsleasing Webseite.

Header Bild mit Laptop und VEHICULUM Webseite

Exkurs: Externe Kosten des Verkehrs in Deutschland

Ein interessantes Thema in Verbindung mit den Kosten des Autofahrens sind die externen Kosten, die durch den motorisierten Individualverkehr entstehen. Die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten, darunter der Betrieb von Autos und ihren Motoren, verursachen Kosten für Gesundheit und Umwelt, die häufig nicht nur Verursacher, sondern vor Allem die Allgemeinheit bezahlt. Dazu gehören Emissionen, Lärm und Verschmutzungen, die auf lange Sicht Klimafolgeschäden provozieren können.
Die Berechnung dieser Kosten ist schwierig, da nicht eindeutig zu definieren ist, die viel beispielsweise „saubere Luft“ wert ist. Wie viel kostet „Lärmbelästigung“ oder das Aussterben einer Tierart? Was kostet ein Menschenleben?

Unterschiedliche Berechnungsmodelle kommen zu diversen Ergebnissen. Grundsätzlich wird eine Untergrenze an durchschnittlichen externen Kosten, die jede*r Bürger*in unfreiwillig zahlt, in Höhe von 1.000€ pro Jahr angenommen.

Volkswirtschaftliche Kosten Autofahren